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1. FC Kaiserslautern : Lottogewinn auf Pump

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Die Lotto Rheinland-Pfalz GmbH gewährt dem 1. FC Kaiserslautern ein Darlehen und sichert dem Klub damit kurzfristig das finanzielle Überleben.

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          Die Lotto-Millionen für die Transferrechte an Miroslav Klose haben beim 1. FC Kaiserslautern Freude, aber keinen Jubel ausgelöst. Das vom Verwaltungsrat der Lotto Rheinland-Pfalz GmbH einstimmig bewilligte Darlehen in Höhe von fünf Millionen Euro sichert dem mit 17,8 Millionen Euro verschuldeten Fußball-Bundesligisten zwar kurzfristig das finanzielle Überleben, doch die Probleme in der Pfalz sind damit längst nicht bewältigt.

          „Es ist ein sehr starkes Signal, aber nur ein erster kleiner Schritt“, sagte Notvorstand René C. Jäggi. Der Vertrag mit der Lotto-Gesellschaft ist an Auflagen geknüpft, die der Verein noch nicht erfüllt hat. Daher gibt es auch noch keine Unterschrift unter dem Papier, in dem die Modalitäten für den Erwerb der Rechte an einem möglichen Transfererlös für Nationalspieler Klose durch das Koblenzer Unternehmen festgelegt sind.

          Versicherung für Klose

          Sollte der 24- jährige Stürmer seinen Vertrag bis 2005 in Kaiserslautern erfüllen, so dass es nicht zu einem Transfererlös kommt, gibt es eine für beide Seiten zufrieden stellende Absicherung. Für den Fall, dass die Rechte, zum Beispiel auf Grund einer Verletzung Kloses, an Wert verlieren, schließt der FCK eine Versicherung ab.

          In schlimmer Lage: Kapitän Thomas Hengen

          „Die Sache ist noch nicht in trockenen Tüchern. Es müssen noch einige Dinge von unserer Seite erfüllt werden“, erklärte Jäggi zurückhaltend. Dazu gehört in erster Linie der Abschluss von Kreditverträgen mit den Banken. Die Geldinstitute machen wiederum die Lotto-Millionen zur Bedingung für die Gewährung von zinsgünstigen Darlehen für den WM-Ausbau des Fritz-Walter-Stadions. Ein ganz entscheidender Punkt in den Verhandlungen ist die künftige Zusammensetzung des Aufsichtsrates, für den sich bei der Wahl am 5. November 36 Kandidaten bewerben.

          „Im schlimmsten Fall gehen die Lichter aus“

          Lotto-Geschäftsführer Hans-Peter Schössler machte deutlich, dass mit der Gewährung des Kredits die Hoffnung auf gravierende personelle Änderungen in der Führungsspitze der Lauterer verbunden ist. „Der Aufsichtsrat muss künftig seiner Rolle gerecht werden, die Geschäftsführung zu kontrollieren“, forderte Schössler.

          Das Schicksal des Traditionsvereins ist mittlerweile ganz eng mit der Person von Jäggi verknüpft. Einige potenzielle Geldgeber haben bereits angedeutet, dass sie ihr Engagement am Betzenberg einstellen, sollte der Krisenmanager nach der Aufsichtsratswahl aus irgendwelchen Gründen seine Koffer packen. „Dies ist ein Vertrauensbeweis, der mich ehrt“, sagte der 53-Jährige.

          Jäggi hofft, alle wichtigen Verträge bis einen Tag vor der Wahl abschließen zu können. Sollte ihm dies nicht gelingen, könnte dies das Aus bedeuten. „Im schlimmsten Fall gehen die Lichter aus“, so Jäggi.

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