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1:2 in Turin : Wieses Fehler kostet Werder das Viertelfinale

  • Aktualisiert am

Fataler Fehler von Tim Wiese Bild: REUTERS

Bremen ist nach einer 1:2-Rückspielniederlage im Champions-League-Achtelfinale gegen Juventus Turin ausgeschieden. Werder hatte das Hinspiel 3:2 gewonnen. Pechvogel des Abends war Werder-Torwart Tim Wiese.

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          Werder Bremen hat die Sensation gegen Juventus Turin durch einen schweren Patzer von Tim Wiese verpaßt. Der Torwart verlor in der 88. Minute den schon sicher abgefangenen Ball und ermöglichte Emerson damit den Siegtreffer zum 2:1 (0:1), das dem italienischen Meister nach dem 2:3 vor zwei Wochen in Bremen zum Weiterkommen reichte.

          Der überragende Johan Micoud hatte den Zweiten der Fußball-Bundesliga am Dienstag in der 13. Minute in Führung gebracht. David Trezeguet (65.) hatte für den über weite Strecken ideenlos agierenden Spitzenreiter der Serie A, der zehn Punkte vor dem AC Mailand in Führung liegt, den Ausgleich erzielt.

          „Ich kann es nicht fassen. Ohne diesen Fehler hätte uns Turin heute im Leben nicht geschlagen“, sagte Nationalspieler Torsten Frings den Tränen nahe. „Wir sind noch alle geschockt. Wir haben riesig gespielt und hätten es verdient gehabt. Aber wir sind bitter bestraft worden“, sagte Trainer Thomas Schaaf. Der bis dahin überragende Wiese wurde zum tragischen Helden, weil er das Leder beim Abrollen im Strafraum nicht festhalten konnte und Werder damit den Einzug in die Runde der letzten Acht verdarb, die am 17. März ausgelost wird. (Siehe auch: Champions League: Ronaldinho schießt Barcelona ins Viertelfinale)

          Fataler Fehler von Tim Wiese Bilderstrecke

          Bremen agierte selbstsicher

          Turins Trainer Fabio Capello hatte vor 40.226 Zuschauern, unter denen 10.000 von Juventus eingeladene Olympia-Freiwillige waren, eine Überraschung parat. Er brachte das angeschlagene Sturmduo Zlatan Ibrahimovic und David Trezeguet, die am Wochenende beim 1:0-Sieg in Genua pausiert hatten. Dagegen fehlte Alessandro del Piero ebenso in der Anfangsformation wie der frühere Münchner Robert Kovac, der schon im Hinspiel zuschauen mußte. Zudem verteidigten zunächst Gianluca Zambrotta und Jonathan Zebina für Manuele Blasi und Federico Balzaretti. Bei Werder waren Kapitän Frank Baumann und Naldo nach überstandenen Verletzungen wieder mit von der Partie.

          „Wir werden nicht den Fehler machen, uns hinten rein stellen und mit zehn Mann vor dem Torwart rumhoppeln“, hatte Trainer Thomas Schaaf angekündigt und seiner in Bestbesetzung antretenden Mannschaft eingeschärft: „Wir müssen den Gegner beschäftigen.“ Die Pläne hätte Trezeguet nach Paß des zentraler und weit engagierter als vor zwei Wochen spielenden Pavel Nedved schon nach drei Minuten durchkreuzen können. In dieser Szene hatte Werder Glück, doch dann wurden die Bremer immer sicherer, während Juve den Ernst der Lage nicht wirklich verstanden zu haben schien.

          Fataler Fehlgriff

          Wie ein Schock wirkte die Führung des Bundesliga-Zweiten. Nach einer sehenswerten Kombination bediente Christian Schulz „Le Chef“ Micoud, und der Franzose vollendete eiskalt per Lupfer über Torwart Gianlugi Buffon hinweg, Zwar tauchte Nedved kurz darauf vor dem Werder-Tor auf, doch sein Kopfball war eine sichere Beute von Keeper Tim Wiese. Turin war sichtlich verunsichert, versuchte es mit langen Bällen und verfing sich immer wieder in der Bremer Abseitsfalle.

          Als Werder den knappen Vorsprung schon in die Pause gerettet wähnte, sorgte Nedved für eine Schrecksekunde. Sein Schuß landete bei Emerson, der frei vor Wiese stand, den Ball am überragenden Werder-Keeper aber nicht vorbei brachte. Nur ein Mal sah Wiese bei einer Schulz-Rückgabe (26.) schlecht aus. Mit seinen Reflexen war er auch im zweiten Durchgang ein sicherer Rückhalt. Bis zu dem fatalen Fehlgriff in der 88. Minute.

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