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: So leben die Superreichen in China

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Hausnummer drei am Bund in Schanghai ist mehr als eine Anschrift: Nummer drei am Bund steht für die Zukunft Chinas. Für seinen rasanten Aufstieg. Für Kommerz statt Kommunismus.

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          Hausnummer drei am Bund in Schanghai ist mehr als eine Anschrift: Nummer drei am Bund steht für die Zukunft Chinas. Für seinen rasanten Aufstieg. Für Kommerz statt Kommunismus. Auf sieben Stockwerken Edelrestaurants mit Blick auf den Huangpu-Fluß, eine Kunstgalerie, die New York Ehre machte, das französische Restaurant Jean Georges, der Evian-Spa mit seiner 35 Meter hohen Eingangshalle und die größte Armani-Boutique Asiens - wer reich ist in China, schaut von Zeit zu Zeit bei "Three on the Bund" herein.

          Die Zahl der Kunden wächst. Deren Auswahl auch: Im März wird an der Uferpromenade Bund die renovierte Nummer 18 wieder ihre Pforten öffnen. Neben Restaurants haben sich dort auch Cartier und die Modemarke Zegna eingemietet. Hier, in den neoklassizistischen Trutzburgen der Banken und Reedereien, den Luxushotels schlug zu Beginn des vorigen Jahrhunderts das Herz des alten Schanghai. Der "Hure des Ostens", der "Königin des Orients", "Asiens Antwort auf Paris und New York". Damals tanzten die 60 000 Ausländer Schanghais ihre Langeweile in den Ballsälen fort, dösten in den Opiumhöhlen, versoffen ihr Geld in den Spelunken, trugen es in die Bordelle. Heute zeigt hier die junge chinesische Mittelklasse ihren Reichtum, zückt unbekümmert die Kreditkarte. Mastercard schätzt, daß die Zahl hochverdienender chinesischer Singles bis 2007 um 10 Millionen auf dann mehr als 40 Millionen wachsen werde. Armani will im "Reich der Mittel" bis 2008 gut 30 Geschäfte eröffnen, Prada die Zahl seiner Boutiquen bis 2006 auf 15 verdoppeln.

          Obwohl die Volksrepublik noch zu den Entwicklungsländern zählt, hat sie schon heute fast 240 000 Dollarmillionäre. Zum Vergleich: Deutschland kommt auf 334 000 Millionäre, auch in Dollar gerechnet. Zwar fahren die meisten Chinesen immer noch ihre "Fliegende Taube", das alte Fahrrad, statt eines Maserati - doch bei den Automobilmessen finden sich immer mehr Käufer mit Koffern voller Hundert-Yuan-Scheine, die den Ferrari, Maybach oder Lamborghini vom Stand weg kaufen wollen. 30 Millionen Chinesen müssen mit jeweils weniger als 70 Dollar im Jahr auskommen. In den Städten aber zeigt sich der "Chuppie", die chinesische Version des Yuppies, gerne mit Golduhr und dem Etikett des teuren Anzugs außen am Ärmel. Mao haben die neuen Reichen ad acta gelegt. Aufgesogen haben sie die Worte seines Nachfolgers Deng Xiaoping, der ihnen zurief: "Werdet wohlhabend." Der Wert der privaten Sparguthaben in China liegt bei 1200 Milliarden Dollar.

          Einer, der bei den Reichsten der Reichen ein und aus geht, ist der junge Rupert Hoogewerf. Der Luxemburger in China stellte erstmals 1999 die Liste der einhundert reichsten Chinesen zusammen, damals noch für das Magazin Forbes. Ein paar Monate nachdem sich Forbes und er getrennt hatten, begann er bei der britischen Zeitschrift Euromoney (China) - seit 2002 veröffentlicht er dort die viel beachtete Gegenliste zu "Forbes für" China. Die Top fünf der konkurrierenden Listen unterscheiden sich nicht in den Namen, aber im geschätzten Reichtum. Die Widersprüche sind leicht zu erklären: Chinas Reiche haben kein Interesse, in den Listen aufzutauchen - sie bringen ihnen nur Scherereien. Denn Peking hat sich zum harten Kurs gegenüber Steuerbetrügern und windigen Geschäftemachern entschlossen. Nicht ohne Grund: Im Jahr 2000 hatte ein Journalist die Liste der einhundert reichsten Chinesen mit derjenigen der größten Steuerzahler des Landes verglichen. Es ergaben sich nur vier Übereinstimmungen.

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