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Skunk Riot Control Copter : Eine Drohne gegen Aufstände

  • -Aktualisiert am

Kann man Unruhen und Austände, wie hier beim FIFA Fan Fest in Sao Paulo in Brasilien, bald mit Drohnen bekämpfen? Der Skunk Riot Control Copter soll es möglich machen. Bild: dpa

Das Unternehmen „Desert Wolf“ hat eine Drohne für den Einsatz gegen Aufstände geschaffen. Sie kann Pfefferspray und Plastikkugeln verschießen. Erste Interessenten haben sich bereits zu Wort gemeldet. Kritik gibt es bisher nicht.

          Das Flugobjekt hat acht Arme mit Propellern und ist in den Farben Blau, Grün, Rot und Gelb designed. Optisch wirkt diese Drohne eher harmlos - vor allem im Vergleich zu den sonst so unbeliebten Drohnen, die losgeschickt werden, um politische Gegner zu erschießen. Die kleine Drohne heißt Skunk Riot Control Copter, wird von der südafrikanischen Firma Desert Wolf hergestellt und soll bei der Bekämpfung respektive Niederschlagung von Aufständen helfen.

          Im Mai hat Desert Wolf das Produkt in Johannesburg auf einer öffentlichen Sicherheitsmesse vorgestellt. „Der Skunk wurde entworfen, um Menschenmengen zu kontrollieren, ohne das Leben des Sicherheitspersonals zu gefährden“, heißt es in der Vorstellung des Fluggeräts. Damit ist die 45 Kilo schwere Drohne der erste Hubschrauber zur Bekämpfung von Aufständen. „Ich glaube nicht, dass es so etwas schon auf der Welt gibt“, sagte der Direktor von Desert Wolf, Hennie Kieser, bei der Vorstellung des Produkts.

          Die Kameras der Drohne haben auch eine Nachtsichtfunktion. Doch beim Beobachten bleibt die Drohne nicht. Sie hat nämlich ein Blitzlicht, das die Aufständischen blenden und verwirren kann - und vier Kanonen, die man mit Pfefferspraykapseln oder Plastikgeschossen ausstatten kann. Jede der Kanonen kann bis zu 20 Kugeln sekündlich abfeuern. Insgesamt fasst der Skunk 4000 Kugeln.

          Die Plastikkugeln verletzen Aufständische, Pfefferspray behindert ihre Sicht, und die Farbkapseln sorgen dafür, dass sich die Getroffenen in der Menge auch später noch ausfindig machen lassen. Das ist besonders interessant, wenn es sich um angebliche Rädelsführer handelt.

          Die Drohne soll von zwei Personen ferngesteuert werden - einem Piloten und einem, der die Waffen lenkt. Theoretisch könnte die Drohne aber auch von einer einzigen Person gesteuert werden. Offiziell sollen bei einem Einsatz der Drohne diese beiden Menschen mittels Videokamera und Mikrofon überwacht werden, um Missbrauch zu verhindern. Denn Kieser sagte bei der Vorstellung des Produktes, Leute tendierten dazu, weniger aggressiv zu sein, wenn sie überwacht würden.

          Die Polizei ist interessiert

          Die Drohne soll etwa 34.000 Euro kosten. Die ersten 25 Exemplare seien bereits in den vergangenen Monaten verkauft worden - angeblich an anonyme Kunden aus der Bergbauindustrie, die die Leistung des Fluggeräts diesen Juni und Juli erstmals einsetzen wollen. „Wir sind auch schwer beschäftigt, mit einer Vielzahl an anderen Kunden aus verschiedenen Industriezweigen, die es bestellt haben“, sagte Kieser. Der Facebookseite von Desert Wolf zufolge hätte auch schon die südafrikanische Polizei ihr Interesse bekundet.

          Während sonst Drohnen gerne kritisiert werden, gab es gegen den Skunk Riot Control Copter bislang noch keine echte Empörungswelle. Denn neben den Vorteilen des Schutzes des Sicherheitspersonals bei Aufständen, kann das Fluggerät natürlich auch leicht missbraucht werden: Es wäre etwa ein wirkungsvolles Instrument, um Demonstranten in repressiven Systemen zu überwachen, einzuschüchtern, verletzen und festzunehmen.

          Desert Wolf stellt Produkte für die militärische und industrielle Sicherheit her. Viele ihrer Waren haben Wärmebildkameras integriert. Das Unternehmen arbeitet an Projekten in Botswana und Namibia. Kieser sagte, er wolle diese Wärmebildkameras auch an bewaffnete Fahrzeuge und Schiffe des südafrikanischen Heeres anbringen.

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