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Silvesternacht von Köln : Staatsanwälte müssen viele Verfahren einstellen

  • Aktualisiert am

Menschen auf dem Platz vor dem Kölner Hauptbahnhof am 31. Dezember 2015 Bild: dpa

Fast ein Jahr nach den Übergriffen steht fest: Auch, wenn ein Tatverdächtiger namentlich bekannt ist, reichen die Anhaltspunkte oft nicht für eine Anklage.

          Nach den massenhaften Übergriffen auf Frauen in der Kölner Silvesternacht sind mittlerweile rund die Hälfte der Verfahren gegen namentlich ermittelte Beschuldigte wieder eingestellt worden. Das teilte die Kölner Staatsanwaltschaft auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

          Demnach wurden 333 Beschuldigte namentlich ermittelt und Verfahren gegen sie eingeleitet (Stand 1. Dezember 2016). Bei 87 von ihnen spielte der Vorwurf eines sexuellen Übergriffs eine Rolle. Von den daraus resultierenden 267 Verfahren wurden 124 zwischenzeitlich aber wieder eingestellt - allein 80, weil sich laut Staatsanwaltschaft kein hinreichender Tatverdacht begründen ließ. 29 Verfahren mussten zudem eingestellt werden, weil der Verdächtige nicht auffindbar war.

          An Silvester waren in Köln Frauen massenhaft drangsaliert, ausgeraubt und sexuell bedrängt worden. Die juristische Aufarbeitung galt von Beginn an als schwierig - die Zustände auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof waren chaotisch. Oft konnten die Opfer die Täter zum Beispiel nicht mehr identifizieren.

          Mehr als 1200 Anzeigen

          Bis Dezember wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft 1222 Strafanzeigen in dem Ermittlungskomplex bearbeitet, 513 davon beziehen sich auf den Vorwurf eines sexuellen Übergriffs. Dazu zählen sexuelle Nötigungen, Vergewaltigungen und auch „sexuell motivierte“ Beleidigungen.

          Die Staatsanwaltschaft beantragte seitdem gegen 35 Beschuldigte Anklage vor dem Amtsgericht Köln, vor allem wegen Eigentumsdelikten. 24 von ihnen seien bislang verurteilt worden, 18 davon rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft zählt aber auch noch 820 Ermittlungsverfahren, die gegen unbekannte Täter eingeleitet wurden, davon 372 wegen sexueller Übergriffe. Ein Großteil dieser Verfahren sei mangels weiterer Ermittlungsansätze vorläufig eingestellt worden.

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