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FAZ.NET-Sprinter : Selbst das Wetter ist eine Parallelgesellschaft

Unser Sprinter-Autor: Jasper von Altenbockum Bild: Robert Wenkemann

Schneechaos, Drohnenchaos, Brexitchaos, nur in Berlin geht das gewohnte Leben weiter. Auch wenn man sich daran nicht unbedingt gewöhnen will. Der FAZ.NET-Sprinter.

          Das Schöne an der Klimatheorie ist ja, dass sie immer stimmt. Der Trick ist ganz einfach: Wenn das Wetter im Sommer heiß ist, ist das ein eindeutiges Zeichen für den Klimawandel. Wenn das Wetter im Winter aber „normal“ ist und Schneemassen herunterkommen, spricht das dagegen mitnichten gegen den Klimawandel – weil das Wetter ja nichts (!) mit dem Klima zu tun hat. Also: Kein Grund, angesichts der bayerischen und österreichischen Parallelgesellschaft in Sachen Wetter in Zweifel zu geraten – schon wenige Kilometer weiter nördlich ist wieder alles so, wie die Klimaleitkultur es will. Stephan Löwenstein und Karin Truscheit geben uns einen Eindruck, wie es in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gewesen sein muss, als uns angeblich die nächste Eiszeit kurz bevorstand. 

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Andere Theorien lassen sich jetzt vor einem Berliner Gericht mit geringem empirischem Aufwand widerlegen. Wer noch immer nicht glaubt, dass es in Deutschland Parallelgesellschaften gibt, sollte sich vielleicht mit der Familie R. in Berlin zum Einkaufsbummel verabreden. Der Vorteil: Geld oder Kreditkarte braucht es dafür nicht. Aus den Reihen des arabischen Clans stammen die Angeklagten, die sich von diesem Donnerstag an für den Münzraub aus dem Bode-Museum verantworten müssen. Das hundert Kilo schwere Goldstück war in der Nacht zum 27. März 2017 erbeutet worden. Aber das war eigentlich nur ein Nebengeschäft. Markus Wehner beschreibt, womit es Polizei und Staatsanwaltschaft in Berlin in diesem Fall zu tun haben. Man liest und staunt. Nur soviel: „Von den 50 bis 70 Ermittlungskomplexen in der organisierten Kriminalität, die es jedes Jahr in der Hauptstadt gibt, gehen bis zu 25 Prozent auf das Konto arabischstämmiger Täter.“

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          Auch in anderen Teilen der Stadt geht das gewohnte Leben weiter: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lädt zum Neujahrsempfang, die Bundestagsfraktionen von SPD und Linkspartei treffen sich zu Klausurtagungen, wie sie zu Jahresbeginn allenthalben üblich sind.

          In London hingegen geht es weiter drunter und drüber: Während nun auch der Flughafen Heathrow von einer anonymen Drohne lahmgelegt wurde (neulich war es der Flughafen Gatwick), geht im Unterhaus das Brexit-Theater weiter. Am Mittwoch beschlossen die Abgeordneten, dass sie Vorschläge machen dürfen, wie es weitergehen soll – aber erst, wenn es nicht mehr weitergeht, also wenn Premierministerin Theresa May mit ihrer Vorlage am Dienstag kommender Woche scheitern sollte. Dass das Unterhaus wissen könnte, was zu tun ist, ist eine gute Nachricht. Weil eigentlich niemand weiß, wie es weitergehen soll – dazu gehörte bis zum Mittwoch allerdings auch das Unterhaus. Ordnung stellt in diesem Chaos wieder einmal nur einer her: Jochen Buchsteiner, unser Korrespondent.

          Und sonst: Ist aus Alexis Tsipras plötzlich ein Verbündeter Angela Merkels geworden, die den griechischen Ministerpräsidenten in Athen besucht; verkündet der Bundesgerichtshof sein Urteil über Revisionen im Steuerstrafverfahren gegen den ehemaligen Geheimagenten Werner Mauss; soll in Österreich die schon mehrfach angekündigte Digitalsteuer nun tatsächlich vom Kabinett bekannt gegeben werden.

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