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Rolling Stones : Das Ego-Management der Alphatiere

Die graue Eminenz der Rolling Stones

Ohne ihren Mann im Hintergrund hätten die beiden allerdings wohl nicht durchgehalten: Prinz Rupert zu Loewenstein, ein Londoner Banker aus bayerischem Adel, regelte fast vier Jahrzehnte lang gewieft und geräuschlos die Finanzen der Stones - und trug so wesentlich dazu bei, einen potentiellen Konfliktherd im Gefüge jeder erfolgreichen Band zu entschärfen. Der im Musikgeschäft so legendäre wie öffentlichkeitsscheue Loewenstein ist die graue Eminenz der Rolling Stones. „Der Prinz hat dafür gesorgt, dass das Geld, das die Stones verdienten, auch bei ihnen blieb“, sagt Fritz Rau.

Die Rolling Stones (l-r): Charlie Watts, Ron Wood, Keith Richards und Mick Jagger (Archivfoto von 2005)
Die Rolling Stones (l-r): Charlie Watts, Ron Wood, Keith Richards und Mick Jagger (Archivfoto von 2005) : Bild: dpa

Ihr Finanzguru riet der Band Anfang der siebziger Jahre zum Umzug nach Südfrankreich und rettete sie damit vor horrenden Nachforderungen des britischen Finanzministers. Das „Exile on Main Street“ (der Titel des dort aufgenommenen berühmten Doppelalbums) war in Wahrheit vor allem ein Steuerexil. Loewenstein mehrte ihren Reichtum durch gewiefte Finanzanlagen. Der Banker, der sich inzwischen aus dem Bandmanagement zurückgezogen hat, war es auch, der die Steuersparfirmen in Amsterdam einrichtete, über die bis heute die Einkünfte der Stones weitgehend am Fiskus vorbeifließen. Zusammengerechnet kommen Jagger und Richards auf ein geschätztes Vermögen von fast einer halben Milliarde Euro.

Bruderkrieg als Geschäftsmodell

Inzwischen haben die Rock-Millionäre sogar ihren ewigen Bruderkrieg quasi ins Geschäftsmodell integriert. Wenn Richards die Leser seines Buches über die angeblich bescheidene Größe von Jaggers Geschlechtsteil informiert, ist das ein Wirkungstreffer unter die Gürtellinie des einstigen Sex-Idols. Aber solche Bösartigkeiten nähren eben auch den Mythos. „Die Reibereien zwischen Jagger und Richards sind echt“, sagt Paul Sexton, der Musikjournalist, „und zugleich ist beiden sehr bewusst, dass der Konflikt sie interessant macht und für dramatische Spannung sorgt.“

Das letzte große „Schwamm drüber“ brachten die Stones im Frühjahr hinter sich. Nach Richards’ offenherziger Autobiographie hatte wieder einmal Eiszeit zwischen beiden geherrscht. Doch die wurde routiniert beendet. „Ich weiß, dass einige Passagen Mick wirklich gekränkt haben, und das bedauere ich“, entschuldigte sich Richards im März in einem Interview. Er verstehe jetzt, nach Lektüre des Buches, dass sich der andere in geschäftlichen Fragen lange übergangen gefühlt habe, entgegnete Jagger versöhnlich.

Auch wenn die biologische Uhr für die erfolgreichste Zweckgemeinschaft der Rockgeschichte tickt: Die Show soll noch einmal weitergehen. Für September haben die Stones einen großen Dokumentarfilm über 50 Jahre Bandgeschichte angekündigt. Aus einer geplanten Jubiläumstour wird zwar dieses Jahr nichts, offenbar weil Richards nach einer Kopfverletzung gesundheitliche Probleme hat. Die Konzerte sollen aber nachgeholt werden, verkünden die Partner. Dann eben im 51. Jahr.

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