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Carsten Knop

Die zweite Corona-Welle : Novemberregen wie nie zuvor

  • -Aktualisiert am

Düsterer November: Selbständige, die in Branchen arbeiten, die vom neuerlichen Lockdown hart getroffen sind, werden sich über eine Insolvenz Gedanken machen – jetzt erst recht. Bild: dpa

Die versprochene Wirtschaftshilfe wird die Belastungen für Veranstaltungs-Fachleute und Restaurantbesitzer nicht ausgleichen können. Eine Debatte darüber ist wichtig – aber man hätte all dem besser vorbeugen können.

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          Dieser November wird noch düsterer, als man es von dem Monat ohnehin erwartet. „November Rain“ im übertragenen Sinne: Selbständige, die in Branchen arbeiten, die vom neuerlichen Lockdown hart getroffen sind, werden sich über eine Insolvenz Gedanken machen, länger schon – und jetzt erst recht. Die Beschlüsse werden die Wirtschaftsaktivität und Verbraucherstimmung stark beeinträchtigen, die Maßnahmen die vorübergehende konjunkturelle Erholung dämpfen.

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          Natürlich, da gibt es die von der Bundesregierung versprochene außerordentliche Wirtschaftshilfe: 75 Prozent der Umsätze, die im vergangenen November angefallen sind, hat die Bundeskanzlerin gesagt. Auf Details zu dieser Regelung mussten die Betroffenen am Tag nach der Verkündung warten. Doch Fragen gibt es zuhauf.

          Was passiert, wenn man sich erst in diesem Jahr selbständig gemacht hat und folglich im vergangenen November gar keine Umsätze angefallen sind? Was, wenn der November im vergangenen Jahr ein außergewöhnlich schwacher Monat war? Wäre es nicht sinnvoller, ein Zwölftel des Jahresumsatzes auszuzahlen? Doch gleichgültig, was letztlich entschieden wird, die außergewöhnlichen Belastungen, die dieses Jahr für Messebauer, andere Veranstaltungs-Fachleute, Restaurantbesitzer und viele andere mit sich bringt, wird die Regelung ohnehin nicht ausgleichen können.

          Was der Staat nicht kann

          Nun könnte man auch sagen: Pech gehabt, das ist eben das unternehmerische Risiko. Andererseits: Warum werden dann große Unternehmen wie die Lufthansa und der Reisekonzern TUI vom Staat gerettet? Warum nicht auch der Kleinunternehmer in Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt oder Hanau? Einzelhändler wiederum, die nicht schließen müssen, aber einen katastrophalen November erwarten, hätten gern das Angebot für die Selbständigen.

          So zeigt sich, was der Staat nicht kann: Eingriffe in den Markt sind stets eine sensible Sache. Geht es aber ans Bremsen und Gasgeben zugleich, wird es heikel. Deshalb ist es gut, dass eine lebhafte Debatte über die Maßnahmen geführt wird. Gut wäre aber auch, wenn sich alle an Abstands- und Maskenregeln so diszipliniert halten würden, dass Corona gar nicht diese Ausmaße erreichen würde. Wie heißt es bei Guns N’ Roses im berühmten Lied? „Vergessen Sie die Dunkelheit, wir können immer noch einen Weg finden, denn nichts währt ewig, sogar kalter Novemberregen.“

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