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Mann und Geliebte vor Gericht : Staatsanwälte fordern Freispruch im Mordprozess

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Mordprozess in Wiesbaden: Staatsanwälte fordern Freispruch für die Angeklagten. (Symbolbild) Bild: dpa

Ein Mann soll vor 22 Jahren in Hessen mit seiner Geliebten die Ehefrau ermordet haben. Doch vor Gericht gibt es Zweifel an der Schuld der mutmaßlichen Täter.

          Im Mordprozess um eine rund 22 Jahre zurückliegende Tat hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag vor dem Landgericht Wiesbaden einen Freispruch der beiden Angeklagten gefordert. Dem Mann und seiner Geliebten aus Lorch im Rheingau wird vorgeworfen, im Oktober 1997 die Ehefrau des Mannes umgebracht zu haben, um an ihr Vermögen zu kommen. Zwar habe sich der Mann nach dem Tod seiner Ehefrau „höchst verdächtig“ gemacht, indem er etwa teils widersprüchliche Angaben zum Verlauf des vorangegangenen Abends gemacht habe, sagte Staatsanwalt Andreas Schneider. Eine Verurteilung komme aber nur in Betracht, wenn sich „ohne jeden vernünftigen Zweifel“ feststellen lasse, dass jemand eine Tat begangen habe. Dies sei im vorliegenden Fall aber nicht möglich.

          Die 37 Jahre alte Frau war tot in der Badewanne gefunden worden. Dem Paar wurde vorgeworfen, die Frau im Oktober 1997 betäubt, in die Badewanne gelegt und dann unter Wasser gedrückt zu haben, bis sie ertrank. So hätten sie an ihr Geld, eine Lebensversicherung und Immobilien kommen wollen.

          Im Zweifel für die Angeklagten

          Im Zuge des Plädoyers schilderten die beiden Staatsanwälte am Donnerstag noch einmal minuziös die Aussagen der Angeklagten und Zeugen sowie der unterschiedlichen Gutachter. Demnach gebe es zwar einige deutliche Indizien dafür, dass der Tod der Frau „durch fremde Hand“ herbeigeführt worden sei, sagte Staatsanwalt Schneider. Auch ein Sturz oder Unfall lasse sich aber etwa angesichts des nicht eindeutigen Verletzungsbildes nicht ausschließen.

          Angesichts der Zweifel sei zugunsten der Angeklagten zu entscheiden. Neben dem Freispruch plädierte Schneider auch dafür, das Paar für die Untersuchungshaft aus der Staatskasse zu entschädigen. Für den kommenden Donnerstag (18. April) stehen nun die Plädoyers der Nebenklagevertreterin, die die Mutter der Getöteten im Prozess vertritt, sowie der Verteidigung an. Dann dürfte auch das Urteil gesprochen werden.

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