https://www.faz.net/-gzg-a1rg6
Bildbeschreibung einblenden

„NSU 2.0“ : Festnahmen in Bayern wegen Drohmails

Zwei vorübergehende Festnahmen: Die Ermittler wollen aber noch nicht von einem Durchbruch sprechen. Bild: dpa

Ein ehemaliger Polizist und dessen Ehefrau stehen unter Verdacht, hinter den E-Mails mit beleidigenden und volksverhetzenden Inhalten zu stehen. Von einem Durchbruch wollen die Ermittler noch nicht sprechen.

          1 Min.

          Bei der Suche nach den Verfassern von rechtsextremen Drohmails gegen Politiker und andere Personen des öffentlichen Lebens meldet die Frankfurter Staatsanwaltschaft zwei Festnahmen in Bayern. Ein 63 Jahre alter ehemaliger Polizeibeamter und seine 55 Jahre alte Ehefrau sind verdächtig, derartige Mails an Bundestagsabgeordnete und andere Adressaten verschickt zu haben. Ermittelt werde wegen Bedrohung, Volksverhetzung und der Verunglimpfung von Verfassungsorganen.

          Helmut Schwan

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Der frühere Polizist sei schon früher mit rechtsextremistisch motivierten Taten aufgefallen, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag weiter mit. Beamte des Hessischen Landeskriminalamts (LKA) hatten schon am Freitag die Wohnung in Landshut durchsucht. Es seien Datenträger beschlagnahmt worden, hieß es. Weil die Voraussetzungen für einen Haftbefehl nicht gegeben seien, habe man die Beschuldigten wieder freigelassen.

          Von einem Durchbruch in dem Komplex „NSU 2.0“ könne man noch nicht sprechen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Ob es Verbindungen zu der Affäre in Hessen gebe, lasse sich derzeit nicht sagen. Seit rund zwei Jahren versuchen Staatsanwälte und eine Arbeitsgruppe des LKA, den Verfassern derartiger Schreiben auf die Spur zu kommen. Begonnen hatte die Serie mit einem Fax an eine Frankfurter Anwältin, die Nebenkläger im Prozess gegen die Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) vertreten hatte. Seither sind mehrere Dutzend derartiger Schreiben aufgetaucht, in denen die Adressaten und ihre Familienmitglieder mit dem Tod bedroht und beleidigt wurden; unterzeichnet waren sie meist mit „NSU 2.0“.

          Zu den Empfängern zählen Mitglieder der hessischen Landesregierung und Fraktionen im Landtag. Im Fall der Fraktionsvorsitzenden der Partei Die Linke, Janine Wissler, gibt es ebenso wie in jenem der Anwältin und einer Berliner Kabarettistin Verbindungen in die hessische Polizei. In Revieren in Frankfurt und Wiesbaden wurden im zeitlichen Zusammenhang mit den Drohbriefen persönliche Daten der Betroffenen von Dienstcomputern aus abgefragt.

          Weitere Themen

          Der Hafen übertrifft alles

          Immobilien in Offenbach : Der Hafen übertrifft alles

          Die Stadt Offenbach ist nach wie vor arm. Attraktive Immobilien werden aber auch dort immer teurer, wie der jüngste Immobilienbericht des Gutachterausschusses zeigt.

          Zum ersten Mal auf dem neuen alten Goetheturm Video-Seite öffnen

          Wahrzeichen steht wieder : Zum ersten Mal auf dem neuen alten Goetheturm

          Er erstrahlt fast wieder in seinem alten Glanz - der Frankfurter Goetheturm. Und gäbe es Corona nicht, würde Frankfurt dieses Wochenende zu einer Eröffnungsfeier einladen. Zumindest ein kleiner Kreis konnte das Wahrzeichen am Freitag schon mal genauer in Augenschein nehmen.

          Topmeldungen

          Trump und Biden kämpfen um die Wählergunst.

          TV-Duell : Eine chaotische erste Debatte

          Die Corona-Krise bestimmte die erste amerikanische Präsidentschaftsdebatte, die weltweit von Millionen Menschen verfolgt wurde. Sowohl Donald Trump als auch sein Herausforderer Joe Biden teilten massiv gegeneinander aus.

          Spitzenforscher kommen zurück : Hallo, Deutschland!

          Von wegen Braindrain: Hiesige Universitäten ziehen Spitzenforscher aus der ganzen Welt an und könnten durch die Corona-Krise noch attraktiver werden. Mancher sieht eine „historische Chance“.
          Shopping-Viertel in Peking: Chinas Oberschicht konsumiert wieder.

          Einkaufsmanagerindex : Chinas Wirtschaft zieht an

          Sowohl die Industrieproduktion als auch Dienstleistungen haben sich in der Volksrepublik positiv entwickelt. Die Aussichten für die chinesische Wirtschaft könnten jedoch vom Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten getrübt werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.