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: Zurück zu den Zentren

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"Wir wollen die Zentren stärken." Diese Aussage der Planer klingt erst einmal unspektakulär. Ja, was sonst, möchten man spontan antworten. Doch je intensiver man sich mit der Entwicklung in der Rhein-Main-Region ...

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          "Wir wollen die Zentren stärken." Diese Aussage der Planer klingt erst einmal unspektakulär. Ja, was sonst, möchten man spontan antworten. Doch je intensiver man sich mit der Entwicklung in der Rhein-Main-Region der vergangenen Jahrzehnte beschäftigt, desto deutlicher wird, wie die Städte und Gemeinden rund um die Zentren gewachsen sind und wie stark sich mittlerweile der Ballungsraum - etwa bis zum Raum Limburg oder zum Vogelsbergkreis - aufgrund der Pendlerströme und Geschäftsverbindungen tatsächlich erweitert hat.

          Nun also die Umkehr dieser Entwicklung, fordern die Planer. Nicht, weil sie uns vorgeben wollen, wo wir zu leben haben, sondern weil sie überzeugt sind, daß die demographische Entwicklung bereits in den nächsten 15 Jahren für diese Region eine Zäsur bedeuten wird und ein Umdenken der politischen Akteure erforderlich ist. Im Rhein-Main-Gebiet wird die Zahl der älteren Menschen dramatisch zunehmen, während es gleichzeitig gilt, im Wettbewerb der Regionen für junge qualifizierte Arbeitskräfte, für Familien attraktiv sein zu müssen, will man die sinkende Geburtenrate, den drohenden Bevölkerungsverlust ausgleichen. Das Verdienst des Planungsverbands Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main ist es, daß man mit dem bundesweit ersten Regionalen Flächennutzungsplan die Chance genutzt hat, auf solche Entwicklungen einzugehen. Und zwar nicht durch seitenlange Papiere, sondern in Workshops, in Gesprächen, zu denen der Verband die politischen Akteure in der Region, Bürgermeister und Planungsamtschefs, Vertreter der Verbände und der Wirtschaft in den vergangenen Wochen eingeladen hatte. Allein am Donnerstag, bei einer vorerst letzten Zusammenkunft, waren rund 260 Interessierte gekommen. Einen solchen Diskussionsprozeß hat es in der Region Rhein-Main noch nicht gegeben.

          Nun muß die Politik den Ball aufnehmen und nicht nur die in einem "Leitbildentwurf" zusammengefaßten Ziele weiter beraten, sondern sie muß endlich diese Ziele angehen. Die Planer sind indes überzeugt, daß auch dies allein nicht ausreicht: Jeder einzelne, jeder Bürger des Rhein-Main-Gebiets müsse einen Umdenkungsprozeß durchlaufen. Dazu ist der sprachlich wenig inspirierende "Entwurf eines Leitbildes für den Regionalen Flächennutzungsplan und den Regionalplan Südhessen" inhaltlich ein guter Beginn. MECHTHILD HARTING

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