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„Kein schöner Land“ : Lieder zur Einheit

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Open-air-Konzert: Bis zu 1000 Teilnehmer erhoffen sich die Veranstalter zum Einheit-Singen auf dem Römerberg Bild: Lakuntza, Nerea

In Frankfurt wie in ganz Deutschland wird mit Chorprojekt die Wiedervereinigung gefeiert. An diesem Sonntag soll überall in der Republik „Kein schöner Land“ gesungen werden.

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          Mit „I’ve been looking for Freedom“ hat David Hasselhoff einst den inoffiziellen Song zur Deutschen Wiedervereinigung geträllert und den Scorpions mit ihrem „Wind of Change“ Konkurrenz gemacht. Um ganz andere Gesänge zur Einheit wird es beim Projekt „3. Oktober – Deutschland singt“ gehen: Am Tag der Deutschen Einheit an diesem Sonntag sollen in ganz Deutschland Chöre zur gleichen Zeit das Volkslied „Kein schöner Land“ intonieren.

          „Mit unserem Projekt wollen wir helfen, eine Feiertradition zu begründen und diesem Nationalfeiertag neu zu begegnen“, sagt Bernd Oettinghaus, der Frankfurter Gründer der Initiative. Derzeit habe der Tag der Deutschen Einheit eher den Charakter eines „Ladenhüters“, und man wisse eigentlich nicht so recht, wie mit ihm umzugehen sei. „Dabei ist ein solcher Tag ein Geschenk, das bei weitem nicht selbstverständlich ist.“

          Singen auf dem Römerberg

          An 260 Orten in Deutschland sollen an diesem Sonntag um 19 Uhr die Chöre zusammenkommen. Insgesamt sollen zehn Lieder gesungen werden, darunter auch „Über sieben Brücken“ von Karat und „Thank you for the Music“ von Abba. Für die Veranstaltung wurde außerdem eigens die Hymne „Die Hoffnung lebt zuerst“ komponiert, die als elftes Lied zum Besten gegeben werden wird.

          In Frankfurt erwarten die Veranstalter am Abend des 3. Oktober 1000 Teilnehmer auf dem Römerberg. Musikalisch unterstützt werden diese von 15 Frankfurter Chören, darunter auch dem Chor der Deutschen Bundesbank und dem Frankfurter Migrantenchor. Eine Feierstunde ist in diesem Jahr hingegen nicht geplant.

          Außer dem musikalischen Programm soll es auch Gespräche mit Zeitzeugen geben, auf dem Römerberg wird der evangelische Pfarrer Harald Bretschneider, der mit seiner Aktion „Schwerter zu Pflugscharen“ zur Wiedervereinigung beitrug, berichten. Welche Corona-Vorgaben vor dem Römer gelten, wird kurzfristig auf der Internetseite www.3oktober.org mitgeteilt. Initiator Oettinghaus ist froh, dass die Veranstaltung überhaupt stattfinden kann: „Durch Corona konnte lange nicht mehr in Gruppen gesungen werden. Umso mehr freut es mich, dass wir diesen Tag gemeinsam singend feiern dürfen.“

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