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Zumba : Etwas Südsee um die Hüfte

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Zumba ist ein Trendsport aus Kolumbien. Dahinter steckt schlichtweg eine Mischung aus Aerobic und lateinamerikanischem Tanz. Bild: Lisowski, Philip

Immer mehr Fitnesswillige versuchen sich mit einer Mischung aus Aerobic und lateinamerikanischen Tänzen. „Zumba“ ist zumindest für seine Erfinder eine Erfolgsgeschichte.

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          Nach kaum zehn Minuten beschlagen die Fenster, wenig später sogar die großen Spiegel an der Wand. Dutzende Frauen lassen ihre Hüften zu karibischen Klängen kreisen, die bis auf die Straße dröhnen. Der Winter hat Frankfurt fest im Griff, im Tanzstudio herrscht tropische Atmosphäre. „Ab der ersten Minute fühlt man sich wie im Urlaub“, sagt Stephanie Förstl.

          Vor einem halben Jahr hat die 32 Jahre alte Bayerin diesen neuen Sport für sich entdeckt: Zumba, eine Mischung aus Aerobic und den Grundschritten lateinamerikanischer Tänze. Viele haben schon davon gehört, knapp drei Millionen Freunde hat der Sport auf Facebook. Zumba ist aber nicht der Name einer Sportart, sondern eine eingetragene Marke. Das amerikanische Unternehmen bezeichnet sein Konzept selbst als „größtes und aufregendstes Tanz-Fitnessprogramm der Welt“. In Amerika entwickelte sich Zumba schon vor Jahren zum Trendsport. Auch in Deutschland bieten mittlerweile viele Fitnessstudios Kurse an. Und viele Fitnesstrainer haben sich schon darauf spezialisiert: Daniela Kühnert und ihr Ehemann unterrichten seit drei Jahren, die Teilnehmerzahl ihrer Kurse ist im vergangenen Jahr stetig gestiegen - meist sind sie schon Monate im Voraus ausgebucht.

          „Das hat nach guter Laune ausgesehen“

          Karina Bochow ist Zumba-Neuling. Von einer Kollegin hat sie davon erfahren, überzeugt haben sie die geschickt plazierten Werbevideos auf Youtube. „Das hat nach guter Laune ausgesehen“, sagt sie. Ein wenig Erfahrung bringt sie mit, früher tanzte sie in einem Verein. Auch sonst sei sie recht fit, meint sie. Ihr gefällt die Mischung aus Aerobic und Tanz: „Da kann man Spaß mit Sport verbinden.“ Nach ersten Versuchen auf dem Campus der Universität Frankfurt beschloss sie, Zumba auszuprobieren.

          Bei Trainerin Daniela kosten zehn Unterrichtsstunden 60 Euro. Viermal in der Woche finden Kurse statt, die Teilnehmer können kommen, wann und so oft sie wollen. Karina hat heute das erste Kreuzchen auf ihre Zehnerkarte gesetzt, sie ist bereit für das Experiment. Ein bisschen skeptisch wirkt die Achtundzwanzigjährige vor Beginn der Stunde aber dennoch. Ob Zumba ihre Erwartungen erfüllen kann, wird sich erst zeigen.

          Jeder Schritt hat beim Zumba seine eigene Choreographie

          19 Uhr. Die Trainerin begrüßt ausschließlich Teilnehmerinnen - Männer scheinen sich bedeutend weniger mit dem neuen Trend anfreunden zu können. Im Tanzstudio ist jeder per Du, die meisten kennen sich schon aus dem vorigen Kurs. Aus der Musikanlage ertönt eine Mischung aus Salsa-Klängen, Trompetenkonzert und Technobass. Schultern nach vorne, Hüften nach hinten, Kopf nach links. Die Trainerin gibt ihre Befehle in einer Lautstärke, die einem Ausbilder vor seinen Rekruten gleicht. „Runter!“, „Woo!“, „Take it to the floor!“

          Und das ist erst die Aufwärmphase. In drei Reihen hüpfen Frauen, in der Spanne zwischen Erstsemester und Renteneintrittsalter, von rechts nach links, schwingen dazu die Arme im Kreis. Die Schritte wechseln schnell, doch Daniela muss wenig erklären, die meisten sind nicht zum ersten Mal hier. Nur wenige stolpern etwas unbeholfen durch den Raum oder kollidieren nach einer etwas überschwänglichen Drehung mit der Nachbarin.

          Der Ursprung: die vergessene musikalische Begleitung

          Der Sport erfordert nicht nur Durchhaltevermögen, sondern auch Koordination. Während im klassischen Aerobic dieselben Bewegungen immer wiederholt werden, erhält beim Zumba jedes Lied seine eigene Choreographie, die mit jeder Stunde etwas schwieriger wird.

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