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Umgang mit frechem Federvieh : Gans große Ratlosigkeit

Guckst Du! Nilgänse haben keine Scheu vor Menschen Bild: dpa

In Frankfurt hat man die Nilgänse im Visier und wäre sie liebend gern los. In Köln verleiden Kanadagänse Parkbesuchern den Spaß. Und nun?

          Die großzügig angelegte, erfrischend aussehende blaue Wasserfläche des Brentanobads in Frankfurt ist eine Attraktion; für Frankfurter, aber auch für Nilgänse. Im vergangenen Sommer waren regelmäßig bis zu 100 Tiere in dem beliebten Freibad, schwammen munter zwischen den Badegästen. Das war den Frankfurter Bäderbetrieben dann doch zu viel, sie kamen kaum mit der Beseitigung des Kots am Beckenrand und auf den Liegenwiesen hinterher. Als eine Untersuchung des Gesundheitsamts ergab, dass sich im Kot neben gängigen Darmbakterien auch Salmonellen befanden, gab man die Gänse nach Ende der Badesaison zum Abschuss frei.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Aktuell gibt es im Brentanobad kaum Nilgänse. Nur vereinzelt tauchten noch Tiere auf, heißt es von den Bäderbetrieben. Dort ist man hoffnungsfroh, dass sich das Problem erledigt haben könnte, genau so, wie es Jäger Axel Seidemann vorhergesagt hatte, der von der Lernfähigkeit der Gänse überzeugt ist. Seidemann hofft, dass sein Erscheinen in der türkisfarbenen Betriebskleidung der Frankfurter Bademeister auch in Zukunft genügt, um die Tiere zu vergrämen.

          Anziehungspunkte für Gänse

          Allerdings war im Brentanobad seit Herbst wegen Reparaturarbeiten kein Wasser im Schwimmbecken, und damit fehlte dem Bad einer der zentralen Anziehungspunkte für Gänse: das Wasser. Auch werden die Liegewiesen erst jetzt allmählich wieder kurz gemäht. Sollte die Frankfurter Methode aber tatsächlich dafür sorgen, ein Schwimmbad gänsefrei zu halten, wird das Brentanobad sicher bundesweit für Schlagzeilen sorgen. Denn nahezu alle deutschen Städte kämpfen mit den fliegenden, sich stark vermehrenden Wildtieren.

          „Wir stehen kurz davor, dass uns die Gesundheitsbehörde das Naturfreibad in Vingst aus hygienischen Gründen schließt“, sagt Manfred Kaune, Grünflächenamtsleiter der Stadt Köln. Dort und auch in einem der größten Parks der Stadt, dem Rheinpark, unmittelbar am Fluss gelegen mit mehreren Brunnenanlagen und Wasserspielplätzen, machen sich die Gänse in enormen Mengen breit. So sehr, dass Kaune kaum weiß, wie er die Zahl begrenzen oder die Tiere am besten gleich ganz wieder loswerden kann. Einziger Unterschied zu Frankfurt: Am Rhein sind es nicht die als aggressiv und robust geltenden Nilgänse, sondern die viel größeren, aber auch als behäbiger geltenden Kanadagänse. Noch will Kaune die Tiere nicht bejagen. „Ich will in Parks nicht schießen lassen“, sagt er und hofft, dass das nordrhein-westfälische Landesamt für Umwelt in Bonn ihm Tipps zur Vergrämung der Tiere geben kann.

          „Dann schauen wir weiter“

          „Alle Gänse mögen einen guten, weiten Blick“, sagt Kaune und will deshalb in Parks mit Heckenpflanzen, Kübeln und mobilen Boxen arbeiten, um den Gänsen den Blick zwischen dem Wasser und den immer attraktiv kurzgeschnittenen Rasenflächen zu verbauen. Die Stadt versuche erst einmal die „Light-Version“, sagt er, „dann schauen wir weiter“.

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