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Wechsel aus Flüchtlingsheim : In der Warteschleife für eine Sozialwohnung

Für Flüchtlinge oft unerreichbar: Sozialwohnungen wie jene im Mainfeld im Stadtteil Niederrad sind sehr begehrt. Bild: Wonge Bergmann

Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist in der Mainmetropole groß, Angebote gibt es kaum. Mehr als 24.000 Menschen haben in Frankfurt Anspruch auf eine Sozialwohnung. Fünf Jahre Wartezeit sind dabei keine Seltenheit.

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          Die Proteste der Flüchtlinge in der Bonameser Unterkunft haben sich in den vergangenen Wochen gegen eine mangelnde Stromversorgung sowie zum Teil schlechte Wohnverhältnisse gerichtet. Viele der mehr als 300 Bewohner berichten aber auch von einem Gefühl des Stillstands. Denn die Mehrheit der am Alten Flugplatz in Bonames untergebrachten Menschen lebt schon seit mehr als vier Jahren in der Unterkunft. Viele von ihnen haben einen Bleibestatus, sind sozialhilfeberechtigt, arbeiten. Prinzipiell könnten sie auch ausziehen. Aber nur wenigen gelingt es, eine Wohnung zu finden. Die Unterkunft, die als Übergang in ein weitestgehend selbstbestimmtes und sicheres Leben dienen sollte, ist für sie zur Dauerlösung geworden.

          Marie Lisa Kehler

          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Unterstützung erhoffen sich viele der Bewohner vom Amt für Wohnungswesen. Dort haben sie sich oft schon vor Jahren registrieren lassen in der Hoffnung, bei der Vergabe von Sozialwohnungen berücksichtigt zu werden. Aber die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist in Frankfurt groß, Angebote gibt es kaum. Fünf Jahre Wartezeit, um von einer Flüchtlingsunterkunft in eine eigene Wohnung umziehen zu können, seien keine Seltenheit, sagt der stellvertretende Leiter des Amts für Wohnungswesen, Ulrich Keck. Der spezielle Markt der Sozialwohnungen biete den Menschen zwar die Möglichkeit, Wohnraum für einen geringeren Quadratmeterpreis zu mieten. Laut dem Amtssprecher findet aber kaum Bewegung auf dem Markt statt.

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