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Snack für Elefanten : Ein Christbaum als Leckerbissen

Leckerer Weihnachtsbaum: Elefanten-Dame Zimba freut sich über den Leckerbissen im Opel-Zoo in Kronberg. Bild: Cornelia Sick

Nach dem Fest ist vor dem Festschmaus – aber manchmal nur in der Theorie. Denn für die Elefanten im Opel-Zoo sind die Weihnachtsbäume ein besonderer Snack.

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          Martin Becker redet nicht um den heißen Brei, pardon, grünen Baum herum. „Sie haben offensichtlich nicht wirklich Lust drauf“, sagt der Leiter der Zoopädagogik und stellvertretende Direktor des Opel-Zoos. Aruba und Zimba zeigen kaum Interesse an den Tannenbäumen, die ungewohnte Farbe in das ansonsten in Savannen- und Felstönen gehaltene Elefantenhaus in Kronberg bringen. Stattdessen strecken sie ihre Rüssel nach den frischen Mohrrüben aus, die ihnen Besucher hinwerfen. Der Biologe hat eine Erklärung für die Zurückhaltung der beiden Elefantendamen. Und die hat nichts mit der Sorge um die Figur nach üppigen Weihnachtsmahlzeiten zu tun wie beim Menschen. „Vermutlich stören sie sich an den Harzen und ätherischen Ölen der Bäume.“ Die Nadeln hingegen machten ihnen nichts aus. „Elefanten fressen stachelige Büsche ab“, sagt Becker. Selbst an Schwarz- und Weißdornzweigen mit ihren scharfen Spitzen knabberten sie sonst ungerührt.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Es ist eine Tradition in vielen Tierparks, mit Weihnachtsbäumen in Gehegen für Abwechslung zu sorgen. Schließlich sinkt deren Marktwert nach dem 24. Dezember dramatisch. Der Kronberger Opel-Zoo ist da keine Ausnahme. Die Tiere kommen nur mit solchen in Berührung, die direkt vom Verkaufsstand stammen. „Nach zwei Wochen im Wohnzimmer wären sie viel zu trocken“, sagt Becker. Außerdem sei bei zuvor tatsächlich für das Fest verwendeten Bäumen das Risiko viel zu groß, dass sich noch Lametta oder Baumschmuck zwischen den Zweigen finde. Eigentlich müssten die Bäume eine Attraktion sein. Bis Oktober gibt es frisches Gras, dann Äste mit Blättern. „Danach aber fressen sie nur Trockenzeugs, da sind die Bäume nach langer Zeit wieder mal ’was Frisches“, sagt Becker.

          Außer dem Elefanten freuen sich auch Ziegen und Hirsche über die Abwechslung. Theoretisch zumindest. 200 Bäume verfüttert der Opel-Zoo bis Ende Februar, auch wenn manche eher den Spieltrieb befriedigen. Der ist bei den beiden 40 und 37 Jahre alten Elefantendamen nicht mehr sehr ausgeprägt. „Tamo wirft schon eher einen Baum durch die Luft“, sagt Becker. Der Elefantenbulle, der im Januar zwölf wird, ist außer im weitläufigen Freigehege von den beiden Elefantenkühen getrennt. „Sie vertragen sich nicht.“ Einem Spaziergang draußen steht übrigens bei dem derzeitigen Wetter nichts entgegen. „Um die null Grad und Sonnenschein, das ist eine gute Temperatur für Elefanten“, sagt Becker. Erst bei zweistelligen Minusgraden geraten die Ohren und die empfindliche Rüsselspitze in Gefahr.

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