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Mainzer Stadtquartier : Eine Klappbrücke für den Zollhafen

  • -Aktualisiert am

Verbindend: Drei Millionen Euro kostet es, die Hafeneinfahrt mit einer Brücke zu überspannen. Bild: Junker, Patrick

Eine Mischung aus Wohnen, Kultur und Einzelhandel soll das neue Viertel am Mainzer Zollhafen einmal bieten. Noch unterbricht die Hafeneinfahrt das Rheinufer am neuen Stadtquartier.

          Radfahrer und Fußgänger sollen die künftige Rheinpromenade am Zollhafen später ohne Umwege nutzen können. Denn noch trennt die Hafeneinfahrt die beiden Uferstreifen. Abhilfe soll eine Klappbrücke schaffen, die zwischen den zwei Molen entsteht. Anfang März wurden zunächst auf der Nordmole zwei Brückenteile installiert. Am Ende dieser Woche wird laut dem Sprecher der Zollhafen Mainz GmbH ein Kran auch an der Südmole zwei Stahlelemente einsetzen und somit die Querung komplettieren. Geplant ist, die 60 Meter lange und 160 Tonnen schwere Konstruktion im August für Radfahrer und Fußgänger zu eröffnen.

          Der Klappmechanismus ist nötig, damit Segel- und Motorboote auch bei höheren Pegelständen unter der Brücke hindurch ins Hafenbecken gelangen können. Denn je nach Wasserstand sind Höhenunterschiede von bis zu sechs Metern möglich, wie der Sprecher erläuterte. Die Bootsführer müssen sich zunächst anmelden, danach werden die beiden inneren Segmente der Brücke hochgeklappt.

          Abschluss für 2025 geplant

          „Es wird wohl eine Kameraüberwachung geben, um zu sehen, ob die Brücke frei ist.“ So will man sicherstellen, dass im Moment, wenn die Brückenteile hochfahren, kein Radler oder Fußgänger die Querung nutzt. Mit der Klappbrücke wird es erstmals seit langem wieder eine Verbindung zwischen den beiden Molen geben. Einst stand dort eine Drehbrücke, die aber im Zweiten Weltkrieg demontiert wurde. Mit der modernen Klappbrücke schaffe man einen Kontrast zu den historischen Molenköpfen, hieß es.

          Rund drei Millionen Euro lässt sich die Zollhafen Mainz GmbH, die für die Entwicklung des Areals zuständig ist und von der Stadtwerke Mainz AG und der CA Immo GmbH getragen wird, die Klappbrücke kosten. Wenn das Bauwerk fertig ist, wird es der Stadt übergeben, die dann die Wartung übernimmt. Die Brücke ist zugleich Voraussetzung für den geplanten „Loop“, einen knapp zwei Kilometer langen Rundweg um das Hafenbecken. Es bildet das Zentrum des Zollhafens, der seit dem Umzug des Containerterminals zu einem neuen Stadtquartier entwickelt wird. In dem 30 Hektar großen Areal, acht Hektar davon sind Wasserflächen, soll nach den Plänen der Zollhafen Mainz GmbH eine Mischung aus Wohnen, Gewerbe, Gastronomie, Kultur und Einzelhandel entstehen.

          Rund 2800 Bewohner soll das neue Viertel später einmal zählen. Laut dem Sprecher sind inzwischen rund 30 Prozent der 28 Baufelder vermarktet. Auf die geplanten Geschossflächen von 330.000 Quadratmetern bezogen, sind den Angaben nach sogar schon 50 Prozent verkauft oder reserviert. Rund eine Milliarde Euro, so schätzt der Sprecher, werden unterm Strich in die Erschließung des Areals und den Bau der Gebäude fließen. Bis zum Jahr 2025 soll die Entwicklung des Zollhafens beendet sein.

          Kunsthalle und Vinothek schon geöffnet

          Vor allem auf Höhe der Südmole und an der Rheinallee sind derzeit Bauarbeiten im Gange. Laut dem Sprecher zogen in das Gebäude „Rheinkai 500“ des Investors Kairos schon die ersten Bewohner ein. Beinahe fertig sei auch das benachbarte Projekt „Dock 1 Mainz“ der LBBW Immobilien. Beide Häuser bieten Büros und Eigentumswohnungen.

          Ausschließlich mit Eigentumswohnungen wartet das Projekt „Südmole“ von BDP auf; hier wird am Donnerstag Richtfest gefeiert. Auf dem Baufeld Rheinallee II entsteht gerade das „Riverside“-Gebäude der SBT Immobiliengruppe; geplant sind hier Mietwohnungen und ein Biosupermarkt. Nebenan baut CA Immo auf dem Feld Rheinallee III einen Komplex mit Mietwohnungen, Kindertagesstätte und Supermarkt. Schon seit einiger Zeit sind die Kunsthalle und das sanierte Alte Weinlager, das etwa eine Vinothek bietet, in Betrieb. Auch Hafeninsel und der Nordteil sollen noch bebaut werden.

          Bahngleise vor Gebäuden fertig

          Weit fortgeschritten ist der Bau der rund 600 Meter langen Straßenbahntrasse, mit der die Mainzer Verkehrsgesellschaft den Zollhafen im Norden anbinden will: Die Gleise liegen, auch die Masten stehen mittlerweile, besitzen allerdings noch keine Oberleitungen. Auch die geplante Haltestelle „Zollhafen“ lässt sich schon erkennen. Laut dem MVG-Sprecher soll die Strecke zwischen Mitte und Ende Mai betriebsbereit sein.

          Doch gebe es keinen Zeitdruck, die Strecke zu einem bestimmten Termin in Betrieb zu nehmen, hieß es mit Blick auf den Umstand, dass an dieser Stelle derzeit noch keine größere Bebauung existiert. Wichtig sei, dass man erstmals ein Gebiet zunächst mit dem Nahverkehr erschließe, bevor die Gebäude stünden.

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