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Zollfahndung am Flughafen : Die Suche nach Drogen ist für Hunde ein Spiel

Schnüffelnase: Diesmal hat Hündin Black nur einen Köder und keine echten Drogen erwischt. Bild: Wolfgang Eilmes

Ohne die tierischen Kollegen würden der Zollfahndung am Flughafen millionenschwere Funde entgehen. Doch nicht jeder Hund ist für die spezielle Arbeit geeignet.

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          Es ist ein kalter, zugiger Tag am Flughafen Frankfurt, aber Black ist bester Laune. Tänzelnd wie ein Dressurpferd kommt sie an der Leine in die kleine Halle gelaufen, die Ohren gespitzt, den Blick aufmerksam auf das, was vor ihr liegt. Zwei Reihen Koffer hat sie heute wieder abzuarbeiten, wie immer eine anstrengende Aufgabe für die belgische Schäferhündin. Bis zu 200 Mal muss sie pro Minute ein- und ausatmen, um das zu erschnüffeln, worauf sie trainiert ist: Rauschgift. Das macht sie so gut, dass ihr kaum eine verbotene Sendung entgeht. 38 Kilogramm Kokain hat sie im Februar 2019 in zwei Koffern aus São Paulo gefunden, sie waren getarnt als Blechdosen mit Babymilchpulver. Rund 1,4 Millionen Euro hätten die Drogenhändler dafür auf dem Schwarzmarkt in Peking bekommen, wohin der Stoff hätte gehen sollen.

          Anna-Sophia Lang

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auch heute wird Black fündig. Vor einem kleinen silberfarbenen Rollkoffer hält sie an. Sie schnüffelt links und rechts, dann stupst sie ihn mit der Nase nach vorn, legt die Schnauze obendrauf und erstarrt. Für ihren Hundeführer das Zeichen, dass die Hündin etwas riecht. Ein paar Sekunden wartet er, dann gibt er ihr das Signal, dass sie loslassen und sich ihre Belohnung abholen darf. Black tollt herum, rennt auf und ab zwischen den Kofferreihen. Zwei- bis viermal am Tag hat sie so einen Einsatz, zwischen jeder einzelnen Schnüffeltour muss sie sich eine Stunde lang erholen. Die Ladung von acht bis zehn Maschinen werden mit tierischer Hilfe kontrolliert, abends gehen die Hunde mit ihren Hundeführern nach Hause.

          Am hektischen Flughafen zurechtkommen

          Tatsächlich ist das, was Black diesmal gefunden hat, nur ein Geruchsträger, den ihr Hundeführer plaziert hat. Bei den Rauschgiftspürhunden gilt: Jeder Erfolg bringt eine Belohnung. Denn die Drogensuche ist für sie ein Spiel – und nur Hunde mit ausgeprägtem Spiel- und Beutetrieb sind deshalb für den Job geeignet. Bevor sie in die Spürhundestaffel aufgenommen werden, müssen sie in einer mehrwöchigen Probezeit beweisen, dass sie diesen haben. Und dass sie am hektischen Flughafen zurechtkommen, ohne von ihrer Aufgabe abgelenkt zu sein.

          Im weltweiten Drogenschmuggel ist der Frankfurter Flughafen ein Drehkreuz. Die Flugdichte auf rauschgiftrelevanten Strecken sei hier hoch, sagt Hans-Jürgen Schmidt von der Zollfahndung – sie übernimmt, sobald der Zoll eine verdächtige Person aufgegriffen hat. Etwa 35 Flugzeuge, die als Hochrisikoflüge eingestuft werden, kommen täglich an. Die meisten starten in Südamerika, manche in Afrika sowie im Nahen und Fernen Osten. Gut 7000 Kilogramm Rauschgift haben die Beamten 2018 aus Personenflugzeugen, Frachtladungen und im Internationalen Postzentrum sichergestellt. Der weit überwiegende Teil, fast 5000 Kilogramm, entfiel dabei auf die Kaudroge Khat, dann folgten Kokain, synthetische Drogen wie Amphetamin und Ecstasy, den übrigen Teil machten Heroin, Haschisch, Marihuana und sonstige Substanzen aus. Ein großer Teil ist fürs Ausland bestimmt.

          Meist synthetische Drogen

          Das trifft insbesondere auf Funde im Internationalen Postzentrum zu. Dort sind in den vergangenen drei Jahren jährlich mehr verdächtige Pakete mit Adressen im Ausland entdeckt worden. In neun von zehn Fällen steckten in den Sendungen synthetische Drogen. Die werden oft in illegalen Laboren in den Niederlanden hergestellt, Kunden bestellen sie über das Darknet, Kuriere bringen die Ware über die Grenze und geben sie in Deutschland als Postsendung auf. Am Flughafen sind innerhalb von zweieinhalb Jahren 11.000 solcher Sendungen sichergestellt worden, allein bis Herbst 2019 schon eine halbe Million Ecstasy-Pillen.

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