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14 Millionen Euro gepfändet : Zoll sprengt zwei Schwarzarbeit-Ringe

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Kontrollgang: Zöllner wurden auf Baustellen in Rhein-Main bei der Suche nach Schwarzarbeitern fündig (Symbolbild) Bild: dpa

Ermittlern ist ein Schlag gegen die organisierte Schwarzarbeit gelungen. Bei einer großen Razzia stellen sie Millionen sicher und nehmen mehrere Verdächtige fest.

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          Mehr als 700 Fahnder haben bei einer Razzia gegen Schwarzarbeit zahlreiche Gebäude im Rhein-Main-Gebiet durchsucht. Dabei wurden am Mittwoch sechs Personen festgenommen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt berichtete. Bei der groß angelegten Aktion hatten die Beamten gleichzeitig 60 Objekte wie Firmengebäude, Privatwohnungen und Fahrzeuge im Visier, auch in Nordrhein-Westfalen.

          Die Ermittlungen richteten sich demnach gegen insgesamt 25 Verdächtige aus zwei Tätergruppen, die im Baugewerbe aktiv sind. „Heute ist es uns gelungen, die Strukturen zu zerschlagen. Im Moment gehen wir davon aus, dass es um einen Schaden von 14 Millionen Euro für den Fiskus beziehungsweise die Sozialversicherung geht“, sagte der Sprecher über die seit 2013 laufenden Ermittlungen. „Man kann von organisierter Schwarzarbeit sprechen“.

          200.000 Euro Bargeld gefunden

          Finanzermittler des Zolls sicherten insgesamt 13,7 Millionen Euro durch Pfändung von Konten und Forderungen für erbrachte Bauleistungen. Bei den Einsätzen fanden Polizeibeamte mit Hilfe von Spürhunden außerdem mehr als 200.000 Euro Bargeld in verschiedenen Wohnungen und Geschäftsräumen. Außerdem wurden vier Pistolen mit Munition, ein Luxuswagen und ein Schlagring sichergestellt. Aufgrund ihrer Gewaltbereitschaft wurden drei der Hauptverdächtigen am frühen Mittwochmorgen durch eine Spezialeinheit des Zollkriminalamtes festgenommen, wie das Hauptzollamt Gießen mitteilte.

          „Das ist nicht mehr die kleine Form von Schwarzarbeit“, sagte Michael Bender, Sprecher des Hauptzollamts. Die Beschuldigten sollen einen sogenannten Kettenbetrug begangen haben. Mit fingierten Zahlungen und Rechnungen von mehreren Scheinfirmen mit Strohmännern als Geschäftsführern sollen sie Schwarzgeld generiert wurde, um damit die Schwarzarbeiter zu bezahlen. Den Hauptverdächtigen wird gewerbsmäßiger Betrug, Hinterziehung von Steuern und Vorenthalten von Sozialabgaben vorgeworfen.

          Die Ermittler waren erstmals nach einer Anzeige wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen eine vermeintliche Baufirma auf die Spur einer der Gruppen gestoßen. Bei den folgenden Untersuchungen wurden insgesamt 14 weitere verdächtige Firmen gefunden.

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