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Zirkus Krone : Kampf um Tiger, Löwe und Elefant

  • -Aktualisiert am

Die Löwenshow des Zirkus Krone während der Premiere der Mandala Show in Frankfurt im Mai 2019. Bild: Carlos Bafile

Regelmäßig gastiert der Zirkus Krone in Frankfurt. Beim letzten Mal zwar mit Raubtieren, aber ohne Elefanten. Ob Wildtiere überhaupt noch in die Manege gehören, ist heftig umstritten.

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          Alexander Lacey ist einer von ihnen. Zumindest wirkt das in diesem Moment so. Mit ausgebreiteten, leicht in die Höhe gereckten Armen steht der weltberühmte Raubtierdompteur in der Manege des Zirkus Charles Knie. Hinter ihm hocken vier Tiger.

          Aufgereiht, aufrecht und auf einem kleinen Podest. Die Hinterbeine tragen den Körper, die vorderen Pfoten zeigen in Laceys Richtung. Identisch wirkt der Habitus von Mensch und Tier für Augenblicke. Umgeben sind Lacey und die Tiger von männlichen und weiblichen Löwen. Das Publikum ist erstaunt. Es klatscht. Ist begeistert.

          Gehören Wildtiere in den Zirkus?

          Diese Szenerie hat keinen Seltenheitswert, sie ist Bestandteil der aktuellen Tournee des Zirkus Knie. Der ist stolz darauf, seinen Zuschauern ein solches Spektakel liefern zu können. Doch das Auftreten von Wildtieren in der Manege ist hochumstritten. Tierrechtler – allen voran „Peta“, Deutschlands größte Tierrechtsorganisation – haben sich den Kampf gegen Wildtiere in Zirkussen groß auf die Fahne geschrieben.

          Das gilt auch für Madeleine Martin, die Tierschutzbeauftragte des Landes Hessen. Sie ist seit mehreren Jahren eine treibende Kraft hinter den Bemühungen für ein generelles Verbot von Wildtieren im Zirkus. „Aber unserer Landwirtschaftsministerin in Berlin ist der Tierschutz egal“, sagt sie.

          Zumindest ist weiterhin kein Gesetz erlassen, das Auftritte wie die von Dompteur Lacey und seinen Raubkatzen verbietet. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) lässt in einer Stellungnahme auf Anfrage dieser Zeitung immerhin anklingen, sie werde ein „Haltungsverbot für bestimmte Tierarten im Zirkus“ prüfen zu lassen. „Manche Tierarten haben in der Manege nichts zu suchen. Wildtiere, wie etwa Giraffen, gehören nicht in den Zirkus“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. „Deshalb plant die Bundesministerin, den Einstieg in den Ausstieg einiger Tierarten im Zirkus in die Wege zu leiten. Schon der häufige Ortswechsel und die Transporte sind aus Tierschutzgründen für Wildtiere problematisch.“

          Alles nur Meinungsmache?

          Das sieht Sascha Melnjak ganz anders. Seit 2007 ist der Groß- und Außenhandelskaufmann Direktor des Zirkus Charles Knie, Laceys Chef also. „Es ist alles Meinungsmache: Der Transport sei Stress, die Tiere würden unter der Dressur leiden“, sagt Melnjak. Besonders im Visier hat er die Aktivisten von „Peta“. Doch zunächst einmal müsse man eine wesentliche Unterscheidung vornehmen.

          „Das sind Tierrechtler“, sagt der Direktor und betont besonders die letzten zwei Silben. „Denn als Tierschützer sehe ich mich auch.“ Dann legt er eine kurze Pause ein. „Tierrechtsorganisationen stellen Tiere mit Menschen auf eine Ebene. ,Peta‘ ist zum Beispiel generell gegen Tiere in menschlicher Obhut.“

          In der Vorstellung tritt Jana Lacey-Krone mit einem Elefanten auf.

          Dabei sei der Vorwurf tierquälerischer Transportstrapazen längst entkräftet, sagt Melnjak. In einer offiziellen Stellungnahme seines Zirkus als Reaktion auf von „Peta“ erhobene Anschuldigungen heißt es: „Dass die Transporte, die ja immer in den vertrauten, rollenden Quartieren stattfinden, die auch Stall und ,Heim erster Ordnung‘ für die Tiere sind, keinen Stress darstellen, ist längst wissenschaftlich bewiesen.“

          „Keinerlei exorbitanten Belastungen“

          Der Nachweis sei durch den bekannten Biologen der Universität Freiburg, Immanuel Birmelin, erbracht worden. Mittels eines bestimmten Tests, bei dem man die Stresshormon-Ausschüttung während des Transports von Raubtieren und Elefanten gemessen hat, habe nachgewiesen werden können, dass die Tiere auf dem Weg von einem Quartier ins nächste unter keinerlei exorbitanten Belastungen litten.

          Dann kommt Melnjak auf einen – aus seiner Sicht elementaren – Aspekt zu sprechen. „In jeder Stadt, in die wir kommen, werden wir kontrolliert“, sagt er. „In diesem Jahr sind das 47 Stationen, und jedes Mal kommt das Veterinäramt und sieht nach, ob mit den Tieren alles in Ordnung ist. Wir sind der meistkontrollierte Tierschutzbetrieb überhaupt.“ Seine Stimme klingt energisch. Überzeugt von dem, was er sagt. „Die freie Wildbahn“, betont er wenig später, „ist mit der menschlichen Obhut nicht vergleichbar. Bei uns leben die Tiere in Vollpension.“

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