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Folgen der Feldmann-Affäre : Die Frankfurter Awo und eine „Unverschämtheit sondergleichen“

Ortsvereine gegen Bundesverband: Spannungen innerhalb der Awo im Zuge der Kita-Affäre. Bild: Maximilian von Lachner

Zwei Frankfurter Awo-Ortsverbände wehren sich gegen den Druck aus dem Bundesverband. Dieser hatte weitreichende Forderungen gestellt und heftige Kritik geübt.

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          Als eine „Unverschämtheit sondersgleichen“ haben zwei Ortsvereine der Arbeiterwohlfahrt die Kritik des Awo-Bundesvorstandes an den Vorgängen in Frankfurt zurückgewiesen. Wie am Samstag berichtet, hat Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender des Awo-Bundesverbandes, die Mandatsträger des Kreisverbandes Frankfurt aufgefordert, ihre Ämter ruhen zu lassen, damit eine umfassende Aufklärung erfolgen könne.

          Matthias Alexander
          Stellvertretender Ressortleiter im Feuilleton.

          Der hiesige Kreisverband steht wegen zahlreicher Vorwürfe unter Druck, es geht dabei um überhöhte Gehälter für Mitarbeiter mit SPD-Hintergrund, überteuerte Reisen, Mobbing und hochmotorisierte Dienstwagen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zudem wegen der Abrechnung von Kursen, die nicht stattgefunden haben. Der Kreisverband hatte die Kritik des Bundesvorstands am Freitag als „nicht hilfreich“ zurückgewiesen, die Verantwortlichen seien intensiv mit der Aufarbeitung aller Vorwürfe beschäftigt. Eine Unterbrechung dieses Prozesses wäre kontraproduktiv.

          Aufklärung gefordert

          In einem Schreiben des Ortsvereins Dornbusch-Eschersheim-Ginnheim, dem sich der Ortsverein Sachsenhausen angeschlossen hat, wird dem Bundesvorstand nun eine Vorverurteilung der Frankfurter Awo-Verantwortlichen vorgeworfen. Für sein Verhalten solle er sich schämen. An die Bundesebene wird die rhetorische Frage gerichtet, ob sie nicht merke, dass sie sich in den anstehenden Kommunalwahlkampf hineinziehen lasse. In einer etwas kryptischen Formulierung heißt es weiter: „Merkt ihr eigentlich nicht, das es hier um die Vereinbarkeit von AfD mit den Werten der AWO geht?“ Damit wollen die Verfasser wohl sagen, dass die Berichterstattung über die Missstände in der Awo ihrer Meinung nach maßgeblich von der AfD veranlasst ist.

          Der Frankfurter SPD-Vorsitzende Mike Josef äußerte sich gestern dagegen in Übereinstimmung mit der Haltung des Awo-Bundesvorstands. Josef fordert die Mandatsträger der SPD auf, ihre Ehrenämter in Leitungsgremien der Awo bis zur Klärung der Vorwürfe ruhen zu lassen. Josef nannte keine Namen, dürfte aber die Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen, den Landtagsabgeordneten Turgut Yüksel, die ehrenamtliche Stadträtin Elke Sautner und die Stadtverordnete Renate Wolter-Brandecker gemeint haben. Josef fordert außerdem, dass externe Prüfer die Vorwürfe aufklären. Falls sich diese bestätigen sollten, müssten strukturelle Veränderungen im Aufbau der Awo erfolgen.

          Für Dienstagabend wurde der Kreisausschuss der Awo zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen. Ihm gehören unter anderen die Vorsitzenden der Ortsvereine an.

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