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Stadt Rüsselsheim überlegt : Zentralrat gegen Rapper Kollegah beim Hessentag

  • Aktualisiert am

Umstritten: Rapper Kollegah Bild: dpa

Wegen der Rap-Nacht beim Hessentag in Rüsselsheim wächst der Druck auf die Stadt. Der Zentralrat der Juden ist gegen einen Auftritt des Sängers Kollegah und wirft ihm Antisemitismus vor.

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          Die geplante Rap-Nacht beim diesjährigen Hessentag im Juni in Rüsselsheim ist erneut in die Kritik geraten. In einem „Offenen Brief“ an die Stadt wendet sich der Zentralrat der Juden in Deutschland zusammen mit weiteren jüdischen Organisationen gegen den Auftritt des Rappers Kollegah. Der Sänger propagiere „Antisemitismus, Homophobie und Gewalt gegen Frauen“ und rufe „zu Gewalt gegen Minderheiten und Schwächeren“ auf, heißt es in dem Schreiben von Dienstag. „Geben Sie Kollegah keine Bühne.“

          Rückendeckung kam von der Staatskanzlei. „Von Seiten der Landesregierung gibt es Grenzen“, sagte Regierungssprecher Michael Bußer. „Das ist ein Hessentag.“ Die in Wiesbaden mit der CDU regierende Grünen-Fraktion im Landtag meinte, es sei falsch, „ausgerechnet diese Rapper einzuladen“. Neben Kollegah sollen auch Azad, Farid Bang, Eko Fresh sowie Lumaraa und Der Asiate auftreten.

          Rüsselsheim will sich am Mittwoch äußern

          Nach Angaben des Zentralrats wurde der Brief am Dienstag per elektronische Mail abgeschickt. Die Stadt Rüsselsheim kündigte einer Stellungnahme für diesen Mittwoch an.

          Die nächste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ist dort an diesem Donnerstag geplant. Wenn ein Antrag zur Rap-Nacht noch kurzfristig auf die Tagesordnung soll, sei allerdings eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig, hieß es.

          Die Rap-Nacht sorgt schon seit geraumer Zeit für Schlagzeilen. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Magistrat der Stadt Rüsselheim die Veranstaltung kritisiert. Das Gremium stoppte den Vorverkauf, weil Texte einiger Künstler als „sexistisch“ und „frauenfeindlich“ empfunden worden waren. Die Stadtverordnetenversammlung segnete die Veranstaltung dann aber mit der Begründung ab, dass ansonsten Fans ausgeschlossen seien. Die Rap-Nacht sei außerdem nur für Besucher ab 18 Jahren vorgesehen.

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