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Zeichen gegen Antisemitismus : Die Eintags-Kippa

Säulen des Glaubens: In der Frankfurter Westend-Synagoge ist das Kippa-Tragen selbstverständlich. Bild: Jens Gyarmaty

Der Frankfurter Bürgermeister ruft zum Tragen der jüdischen Kopfbedeckung auf, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Doch die gewünschte Wirkung könnte ausbleiben.

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          Manchmal, wenn Ariel Leibovici sich seine Trainingsjacke überzieht, überfällt seine Mutter ein beklemmendes Gefühl. „Junge, muss das sein?“, fragt sie dann. Der Junge nickt. Er ist 34 Jahre alt, 1,95 Meter groß und Jude. Leibovici trainiert die zweite Mannschaft des TuS Makkabi Frankfurt. Auf Trainingsjacke und Trikot prangt der Davidstern. Für Leibovici ist es mehr ein Bekenntnis zum Verein als zum Glauben. Für manchen Außenstehenden aber sei der Stern Provokation, meint der Fußballtrainer. Die Jacke trägt er trotzdem mit Stolz – weil seine Mannschaft derzeit um den Aufstieg in die Kreisliga A spielt.

          Marie Lisa Kehler

          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Seine „Bande“, wie er den 35 Mann starken Kader nennt, besteht aus Juden, Christen und Moslems, aus Deutschen, Serben, Irakern und Italienern. „Wir nehmen jeden auf, der ein gutes Miteinander vorleben möchte“, sagt Leibovici. Auf dem Platz seien sie eine Einheit. Religiöse Unterschiede und politische Differenzen hätten hier keinen Raum. „Wir werden nur von anderen Mannschaften dazu gezwungen, uns mit dem Thema auseinanderzusetzen“, sagt er.

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