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Hessen : Fremdenfeindliche Straftaten mehr als verdoppelt

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Haben vermehrt mit Straftaten durch Rechtsextreme zu tun: Innenminister Beuth (links), Landespolizeipräsident Udo Münch und die Präsidentin des Landeskriminalamtes Sabine Thurau Bild: dpa

Ermittler in Hessen haben vermehrt mit Straftaten durch Rechtsextreme zu tun. Im Vergleich zu 2014 hat sich die Zahl der fremdenfeindlichen Übergriffe sogar mehr als verdoppelt.

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          Die Zahl der rechtsextremistischen Straftaten in Hessen ist 2015 deutlich gestiegen. Die Straftaten mit fremdenfeindlichem Hintergrund haben sich sogar mehr als verdoppelt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervor.

          Demnach stieg die Zahl der rechtsextremistischen Straftaten im Jahresvergleich nach vorläufigen Erhebungen von 284 auf 364 Fälle. Die endgültige Zahl der Straftaten kann sich noch merklich verändern, da sich manche Taten erst im Lauf der Ermittlungen als politisch motiviert herausstellen.

          Das hessische Landeskriminalamt (LKA) beziffert die endgültige Zahl der rechtsextremistischen Straftaten für 2014 mit 548 Fällen. Angaben zum Jahr 2015 liegen laut LKA noch nicht vor.

          Die fremdenfeindlichen Straftaten stiegen nach der Antwort der Bundesregierung in Hessen von 34 im Jahr auf 83. Im Bereich der sogenannten Hasskriminalität zählten die Ermittler einen Anstieg 65 auf 122 Fälle.

          „Die Einstellung war schon immer vorhanden, jetzt kommt sie - verstärkt durch Wut, Angst und Hass - heraus und wird sichtbar“, erklärte der Marburger Experte für Rechtsextremismus, Benno Hafeneger. Durch die Flüchtlingskrise und die AfD-Wahlerfolge würden die sogenannten Wutbürger mobilisiert und trauten sich, aktiv zu werden.

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