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Kirche in der Region : Zahl der Kirchenaustritte leicht gesunken

  • -Aktualisiert am

Abendstimmung: Der Limburger Dom während des Sonnenuntergangs Bild: dpa

Der Skandal um Bischof Franz-Peter Tebatz-van Elst hat für Austritte aus der katholischen Kirche gesorgt. Obwohl die Zahlen wieder besser aussehen - auch in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau erwägen jüngere Mitglieder den Austritt.

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          Der künftige Limburger Bischof kommt mit einem starken Satz in sein neues Amt: „Die Kirche wird sich unter den prägenden Bedingungen unserer Zeit, das ist meine Überzeugung, auflösen.“ Gesagt hat das Georg Bätzing in der Synode des Bistums Trier. Dort ist er bis zu seinem Amtsantritt in Limburg am 18. September als Generalvikar die rechte Hand von Bischof Stephan Ackermann. Die Diözesansynode ist vor kurzem zu Ende gegangen, lange und intensiv hat sie sich mit der Entwicklung der Kirche im Bistum Trier befasst.

          Man darf neugierig sein, welche Impulse Bätzing von dort ins Bistum Limburg mitbringen wird. Angesichts der von ihm prognostizierten Auflösung von Kirche in ihrer jetzigen Gestalt plädiert er dafür, „neue Formen der Vergemeinschaftung und Kirchenbildung zu finden und zu stärken“, und fügt hinzu: „In dieser Diskussion sind wir noch weit, weit zurück.“

          Zahl der Katholiken gestiegen

          Wer sich die aktuellen Zahlen aus den Bistümern Limburg, Mainz und Fulda ansieht, mag zwar noch nicht von einer Auflösung sprechen, aber der Mitgliederschwund der Kirchen hält unvermindert an (siehe Grafik). Das ist Anlass genug, sich der von Bätzing angemahnten Diskussion zu stellen. Grund für die Entwicklung sind vor allem der demographische Wandel und die Kirchenaustritte; sie können durch Taufen und Wiederaufnahmen nicht wettgemacht werden.

          Freuen können sich die Diözesen Mainz und Limburg über das prosperierende Rhein-Main-Gebiet. Ohne den anhaltenden Zuzug sähe es für sie noch schlechter aus - ebenso wie ohne die steigende Zahl von Katholiken aus anderen Ländern. Auch diese Gruppe ist vor allem im Rhein-Main-Gebiet gewachsen, so dass etwa in Frankfurt die Zahl der Katholiken insgesamt um 1300 auf mehr als 150.000 gestiegen ist.

          Quelle: Deutsche Bischofskonferenz
          Quelle: Deutsche Bischofskonferenz : Bild: F.A.Z.

          Die Bistümer Limburg und Mainz liegen zum größten Teil in Hessen, erstrecken sich aber auch auf Gebiete in Rheinland-Pfalz. Größere Zentren sind im Bistum Mainz die Bischofsstadt selbst, Darmstadt, Offenbach und Gießen. Zum Bistum Limburg gehören die Großstädte Frankfurt und Wiesbaden. Das Bistum Fulda hat mit Hanau eine Großstadt im Rhein-Main-Gebiet und erstreckt sich über Teile Ost-, Mittel- und Nordhessens über Marburg bis nach Kassel.

          Weniger Gottesdienstbesucher als vor zehn Jahren

          Wie aus dem jüngst vorgelegten Bericht der Deutschen Bischofskonferenz hervorgeht, ist die Zahl der Kirchenaustritte in den drei Diözesen nach den hohen Werten der Jahre 2013 und 2014 - Hauptgrund war damals wohl die Krise um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst - im vergangenen Jahr wieder zurückgegangen.

          „Allerdings ist der Wert im Vergleich zu früheren Jahren immer noch überdurchschnittlich“, sagt der Mainzer Diözesanadministrator Dietmar Giebelmann. Das gilt auch für die Diözesen Limburg und Fulda. Der katholischen Kirche haben im Bistum Mainz im vergangenen Jahr etwa 7000 Menschen den Rücken gekehrt, im Bistum Limburg waren es annähernd 6200 und im Bistum Fulda 2670.

          Irritationen der Mitglieder überwunden

          Ein wichtiges Kriterium kirchlichen Lebens ist der Gottesdienstbesuch. Die Quote ist in den drei Diözesen in jüngster Zeit relativ stabil. Im Zeitraum von zehn Jahren ist aber ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, und zwar um je zwei bis drei Prozentpunkte in den Diözesen Limburg und Mainz und fünf im Bistum Fulda. Die Zahl der Taufen ist in den Bistümern Limburg und Fulda von 2014 auf 2015 leicht gestiegen (Limburg: 3946, Fulda: 2568), im Bistum Mainz leicht zurückgegangen (4556). Ähnlich ist das Bild bei den kirchlichen Trauungen.

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