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Im Mittel 1,5 Kinder : Zahl der Geburten auf dem höchsten Stand seit 2001

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Vermehrt: Statistisch gesehen bekommt jede Frau zwischen 15 und 45 Jahren in Hessen 1,5 Kinder Bild: dpa

In nahezu allen Kreisen und kreisfreien Städten kommen 2015 mehr Kinder zur Welt. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau liegt landesweit sogar so hoch wie zuletzt Anfang der siebziger Jahre.

          Die Zahl der Geburten in Hessen ist auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen. Wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, kamen im vergangenen Jahr knapp 56.900 Babys zur Welt. Das sind 4,1 Prozent mehr als 2014. Die durchschnittliche Kinderzahl der Frauen von 15 bis knapp 45 Jahren Frauen lag statistisch betrachtet bei 1,5. Diese Quote stieg im Vergleich zum Vorjahr marginal auf den höchsten Wert seit 1972.

          Die Statistiker zählten im vergangenen Jahr 1087 Mehrlingsgeburten, darunter 28 Drillinge und einmal Vierlinge. Das durchschnittliche Alter der Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes lag 2015 bei 29,5 Jahren. Die meisten Babys kamen in den Sommermonaten Juli und August zur Welt, die wenigsten im Februar.

          Niedrigste Rate nördlich von Marburg

          Die höchste Geburtenrate verzeichnete 2015 der Kreis Groß-Gerau mit 1,66 Kindern je Frau, wie das Landesamt mitteilte. Die niedrigsten Geburtenziffern wiesen der Kreis Marburg-Biedenkopf (1,30) und Kassel (1,38) aus.

          In nahezu allen Kreisen und Städten stieg die Zahl der Geburten, den höchsten prozentualen Zuwachs gab es im Vogelsbergkreis mit 15,1 Prozent. Rückläufig waren die Zahlen nur in Wiesbaden (-1,3 Prozent), im Rheingau-Taunus-Kreis (-1,8) und im Werra-Meißner-Kreis (-5,1).

          Die Ergebnisse in Hessen decken sich mit einer bundesweiten Entwicklung. Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) stellten fest, dass die Geburtenzahlen vor allem in städtischen Gebieten seit 2008 stetig steigen. In ihrer Studie, die in der Zeitschrift „Wirtschaftsdienst“ veröffentlicht wurde, waren Dresden, Frankfurt am Main und München die geburtenreichsten Städte.

          „Von den Babyboom-Jahren der 60er Jahre sind wir heute weit entfernt. Wenn wir uns aber die Zahlen der letzten 15 Jahre anschauen, erkennen wir in vielen Regionen Deutschlands einen positiven Trend“, sagte Studienleiter Martin Klein.

          Diese Entwicklung kann den Forschern zufolge verschiedene Ursachen haben. „Zum einen fällt diese Entwicklung in eine Zeit neuer familienpolitischer Maßnahmen, vor allem der Einführung des Elterngeldes 2007“, sagte Tobias Weirowski vom Lehrstuhl für Internationale Wirtschaftsbeziehungen der MLU.

          Zum anderen könnten die Wirtschaftskrisen der vergangenen Jahre dafür gesorgt haben, dass junge Menschen ihre Lebensentwürfe wieder verstärkt am Familienleben ausrichten und Kinder einen höheren Stellenwert bekommen. Dafür spreche auch, dass die Geburtenwende verstärkt in Städten zu beobachten ist, wo bessere Möglichkeiten bestünden, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren.

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