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Wolfserwartungsland Hessen : Die Ministerin und der liebe Wolf

Rückkehrer: Dieser Wolf lebt in der Fasanerie Wiesbaden, doch bald wird Canis lupus in Hessen auch in freier Wildbahn wieder zu Hause sein. Bild: Cornelia Sick

Hessen ist ein Wolfserwartungsland. Behörden, Jäger, Naturfreunde und Nutztierhalter scheinen auf die Einwanderung vorbereitet. Aber sind es auch die Bürger?

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          Hessen ist guter Hoffnung: Der Wolf kommt. Er war sogar schon hier, aber bis auf ein Exemplar im Reinhartswald nur als Durchzügler und nicht als Dauergast. Doch das dürfte sich bald ändern, die Population nimmt zu – trotz zahlreicher Opfer auf den Straßen. Im Frühjahr vergangenen Jahres wurde der Bestand in Deutschland auf 60 Rudel geschätzt, dazu noch einige Wolfspaare und Einzelgänger. Alles in allem vielleicht 550 Tiere, wie der Wildbiologe Ulrich Wotschikowsky schätzt. Doch die Vermehrungsrate im beutereichen Deutschland ist hoch, und so dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Hessen vom Durchgangsland einzelner Wölfe zur festen Heimat der ersten Rudel wird. Das Umweltministerium sieht Burgwald, Rothaargebirge, Kellerwald, Waldhessen, Rhön, Spessart, den südöstlichen Odenwald sowie den Wispertaunus als geeignete Lebensräume.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          „Die Wölfe kommen so sicher wie das Amen in der Kirche“, sagte Wotschikowsky kürzlich in der Wiesbadener Fasanerie, wo schon seit vielen Jahren Wölfe in Gefangenschaft leben. Wildlebende Rudel haben sich seit dem Jahr 2000 sukzessive in Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt angesiedelt. Bayern ist jetzt an der Reihe.

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