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Gentest geplant : Wolf im Süden von Frankfurt totgefahren?

Vom Auto erfasst: Das wolfsähnliche Tier lief über die Babenhäuser Landstraße im Frankfurter Stadtwald Bild: Polizei Frankfurt

Eine Autofahrerin hat im Frankfurter Stadtwald ein Tier angefahren, das ein Wolf sein könnte. Es wäre der erste Nachweis dieses Raubtiers in Frankfurt seit 2015.

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          Im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen ist am Dienstagmorgen möglicherweise ein Wolf angefahren und dabei getötet worden. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, war das Tier gegen 8.45 Uhr in einem Waldgebiet über die Babenhäuser Landstraße gelaufen und von einem Auto erfasst worden.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Die Fahrerin dachte zunächst, sie habe einen Hund angefahren“, berichtete der Sprecher. Nach seinen Worten wurden die herbeigerufenen Polizisten beim Anblick des Tieres „stutzig“. Ein Test mit einem Chip-Lesegerät, wie es bei entlaufenen Hunden eingesetzt werde, sei negativ verlaufen. Auch habe sonst nichts darauf hingedeutet, dass es sich um einen Hund handele.

          Kadaver wird in Berlin untersucht

          Schließlich hätten die Beamten den für das Revier zuständigen Jagdpächter sowie das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in Wiesbaden informiert. Eine Sprecherin des Landesamtes sagte, der Kadaver des Tieres werde zur weiteren Untersuchung nach Berlin ins Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung gebracht. Ob es sich tatsächlich um einen Wolf handele, werde eine DNA-Analyse zeigen. Es werde etwa zehn Tage bis zwei Wochen dauern, bis das Ergebnis vorliege.

          Falls das Tier als Wolf identifiziert werde, könne man anhand der Erbinformation auch erkennen, woher es stamme. Ausgewertet werden die Gen-Daten von der Außenstelle des Senckenberg-Instituts in Gelnhausen, das als Nationales Referenzzentrum für genetische Untersuchungen an Wolf und Luchs dient. Zuletzt war 2015 in Frankfurt ein Wolf nachgewiesen worden. Ein Auto hatte das Tier auf der A661 in Höhe der Anschlussstelle Eckenheim erfasst.

          Weidetierhalter nach Gesprächen zum Wolfsschutz enttäuscht

          Hessens Weidetierhalter fühlen sich beim Wolfsschutz nach wie vor vom Land alleine gelassen. Der Sprecher des Landesverbandes für Schafzucht- und -haltung, Burkhard Ernst, zeigte sich nach einem Treffen am Dienstag im Agrarministerium in Wiesbaden enttäuscht. „Es gab keine großen Neuerungen.“ Die Weidetierhalter bemängeln unter anderem, dass es die finanzielle Unterstützung des Landes für möglichst sichere Zäune erst ab einer Betriebsgröße von drei Hektar gebe. Wegen dieser Untergrenze könne die Förderung nur zehn Prozent aller Höfe überhaupt erreichen.

          Eine Sprecherin des Ministeriums sagte, das Treffen sei ohne konkrete Ergebnisse geblieben, man wolle aber weiter im Gespräch bleiben. Nach den Worten von Ernst soll nach der Sommerpause ein neuer Termin anberaumt werden.

          Hintergrund der Gespräche sind Erkenntnisse von Experten, dass möglicherweise zwei Wölfe in Hessen heimisch werden könnten. Die beiden Tiere wurden bereits mehrfach im Vogelsbergkreis sowie in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder und Werra-Meißner genetisch nachgewiesen.

          Die Weidetierhalter befürchten finanzielle Schäden durch gerissene oder verletzte Tiere - zusätzlich zu den Investitionen in stärkere Schutzmaßnahmen. Sie fordern unter anderem eine Bestandsobergrenze für Wölfe und die Erstattung aller zusätzlichen Aufwendungen für die Prävention. (dpa)

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