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Wohnungsmangel : Bauunternehmer schlagen Alarm

  • -Aktualisiert am

Abgesteckt: Auf dieser Baustelle in Bad Homburg sind die Vorbereitungen für die nächsten Mauern eines Mehrfamilienhauses im vollem Gang. Bild: Lando Hass

Hessens Bauwirtschaft steht vor einem Auftragsknick, warnt der Hauptgeschäftsführer des baugewerblichen Unternehmerverbands. Viele junge Familien könnten aufgrund gestiegener Kosten künftig nicht mehr bauen.

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          Inflation, höhere Zinsen, Ukrainekrieg, gestiegene Materialpreise, zu wenig Bauland und lange Genehmigungsverfahren: All das wird in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass in Hessen weniger Wohnungen und Häuser als benötigt gebaut werden. Das hat der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Baugewerblicher Unternehmer in Hessen, Rainer von Borstel, im Gespräch mit der F.A.Z. prognostiziert. Für 2023 rechnet er mit einem deutlichen Auftragsknick und warnt vor weiteren dirigistischen Eingriffen bei den Mietpreisen. Wenn Investoren keine Rendite erzielen könnten, würden sie sich aus dem Markt zurückziehen, gab er zu bedenken und sprach sich für eine Senkung der Grunderwerbsteuer bei selbst genutztem Eigentum aus.

          Der Verband vertritt in Hessen etwa 1000 überwiegend mittelständische Bauunternehmen, die insgesamt rund 30.000 Mitarbeiter beschäftigen. „Bei unseren Mitgliedsunternehmen ist mit Blick auf die Zukunft eine deutliche Anspannung erkennbar“, sagte Borstel und ergänzte: „Wir haben noch eine große Zahl an Aufträgen, die in den vergangenen Jahren reinkamen und die es abzuarbeiten gilt, aber wir erkennen, dass die Nachfrage im nächsten Jahr deutlich nach unten geht.“ So würden derzeit viele Projektentwickler ihre Bauvorhaben aufgrund höherer Kosten zurückstellen. Borstel geht daher davon aus, dass beim Wohnungsbau, dem gewerblichen Bau und dem öffentlichen Bau Anfang nächsten Jahres ein regelrechter Auftragsknick entsteht. Wie stark der Rückgang ausfalle, lasse sich heute allerdings noch nicht seriös sagen.

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