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Wohnungsbaukonferenz im Römer : Frankfurt will verstärkt im Umland bauen

Gestern im Frankfurter Römer: die Teilnehmer der Wohnungsbaukonferenz Bild: Rainer Rüffer

Der Termin hat etwas von einem kleinen Staatsempfang, nur auf kommunaler Ebene: Der Oberbürgermeister und Vertreter von zwölf Nachbarkommunen haben sich zur Wohnungsbaukonferenz im Römer getroffen.

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          Der Termin hat etwas von einem kleinen Staatsempfang, nur auf kommunaler Ebene: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen) laden zur Wohnungsbaukonferenz in das Rathaus Römer ein, und Vertreter aus fast allen Nachbarkommunen folgen. Elf Städte haben gestern einen Abgesandten in den Römer geschickt, vom Bürgermeister bis zum Amtsleiter. Es handelte sich um Offenbach, Bad Homburg, Bad Vilbel, Friedberg, Kelsterbach, Liederbach, Maintal, Neu-Isenburg, Oberursel, Schwalbach und Sulzbach.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auf der Tagesordnung stand die Frage, ob die Region das Bevölkerungswachstum durch gemeinsame Anstrengungen im Wohnungsbau meistern kann. Weitere derartige Treffen sollen folgen. Vor allem in Frankfurt steigt die Einwohnerzahl stark an. So stark, dass mittlerweile das Wohnungsangebot knapp wird und die Mieten steigen. Mittelfristig wird es im Stadtgebiet nicht genug Bauland geben, um alle, die nach Frankfurt ziehen wollen, auch hier unterzubringen. Dass Frankfurt seine Wachstumsprobleme nicht alleine, sondern nur gemeinsam mit den umliegenden Städten und Gemeinden lösen kann, gehört deshalb zum Credo der Stadtplanung.

          „Nicht gegen den Willen der Gemeinden sozialen Wohnungsbau betreiben“

          Besonders Mietwohnungen im unteren Preissegment sind gefragt. Nach dem Vorbild einer Kooperation mit Offenbach will die Stadt auch mit anderen Nachbarn zusammenarbeiten. In Offenbach gibt es schon zwei gemeinsame Projekte. Auf der Hafeninsel baut die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding einen Riegel mit 178 Mietwohnungen, auf dem MAN-Gelände entstehen frei finanzierte und Sozialwohnungen. Nach diesem Modell will die ABG auch mit anderen Umlandgemeinden kooperieren, sagt Geschäftsführer Frank Junker. Etwa, indem die ABG Flächen kauft und gemeinsam mit der jeweiligen Kommune entwickelt.

          Der ABG-Chef will dem Eindruck vorbeugen, dass Frankfurt jenseits seiner Grenze sozialen Wohnungsbau plant, um Sozialhilfeempfänger „abzuschieben“. „Wir wollen nicht gegen den Willen der Gemeinden sozialen Wohnungsbau betreiben, sondern sinnvolle Vorhaben gemeinsam verwirklichen, etwa Industriebrachen für den Wohnungsbau nutzen.“ Die ABG bringe nicht nur das nötige Know-how und Geld mit, sondern halte die Mietwohnungen auch lange und zu verlässlichen Preisen im Bestand. Warum die Nachbarkommunen derartige Projekte nicht auch ohne die ABG verwirklichen können, blieb gestern unerörtert.

          Neubau von bezahlbarem Wohnraum als zentrales Thema

          Das größte Potential für den Wohnungsbau bietet nach Junkers Einschätzung derzeit Friedberg, wo mehr als 70 Hektar bisher militärisch genutzter Flächen frei werden. Insgesamt rechnet der ABG-Chef mit einer drei- bis vierstelligen Zahl von Wohnungen, die durch die interkommunale Zusammenarbeit hinzukommen können.

          Oberbürgermeister Feldmann wertete die erste kommunale Wohnungsbaukonferenz als Erfolg. Frankfurt strebe ein langfristiges Engagement an. „Die Herausforderungen im Wohnungsbau können wir nur gemeinsam stemmen. Eine Zusammenarbeit mit den Kommunen im Rhein-Main-Gebiet auf Augenhöhe ist dabei ganz wesentlich.“ Auch Planungsdezernent Cunitz warb für eine enge Zusammenarbeit mit den Kommunen. „Der Neubau von bezahlbarem Wohnraum ist das zentrale Thema der Stadtentwicklung in Frankfurt und der Region. Dieser Herausforderung stellen wir uns gemeinsam“, sagte er. Auch die gemeinsame Entwicklung von Wohngebieten an Gemarkungsgrenzen sei denkbar.

          Weitere Treffen sind geplant, um die ersten Ergebnisse zu vertiefen. Noch vor der Sommerpause soll es zu einem zweiten Planungsgespräch kommen. Womöglich ist dann auch ein Abgesandter des Regionalverbands dabei, der für die 75 Städte und Gemeinden im Kern der Region die Flächennutzungsplanung betreibt und einen eigenen „Runden Tisch Wohnen“ initiiert hat.

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