https://www.faz.net/-gzg-9xd4o

Mit dem Kopf in den Wolken : So lebt es sich in einem Wohnturm

Auf dem Dach der Zeil: Maren Harnack im Bienenkorbhaus Bild: Diana Cabrera Rojas

Wohntürme gelten, je nach Baualter, als elitäre Luxusobjekte, soziale Brennpunkte, anonyme und kalte Behausungen. Aber stimmt dieses Klischee? Vier Bewohner berichten.

          4 Min.

          „Willkommen in unserem Feriendorf“, sagt Maren Harnack und lacht über das ganze Gesicht. Wer im elften Stock des Bienenkorbhauses an der Konstablerwache den Fahrstuhl verlässt und durch eine Zwischentür geht, steht in einem Patio, umgeben von, nun ja, Bungalows. Über ihnen liegt nur noch der Himmel. So ebenerdig kann man sich also auf knapp 40 Metern Höhe fühlen.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Eindruck ist fast schon surreal, die optische Täuschung perfekt. Aus den Fenstern der Wohnung geht der Blick aber in die Weite und auf die Skyline. Neugierige Nachbarn auf Augenhöhe muss man hier nicht fürchten. Nur der Kranfahrer der Baustelle nebenan kann ins Wohnzimmer schauen. Unten, auf der Zeil und in den Nebenstraßen der Fußgängerzone, huschen die Menschen, geschäftig wie Ameisen, von A nach B. Wenn Harnack – hipper Pulli, große Brille, ansteckendes Lachen – erzählt, wo sie lebt, kommen stets zwei Fragen. Erstens: Ach, in dem Gebäude kann man auch wohnen? Zweitens: Wie bist du denn da dran gekommen? Das Bienenkorbhaus wurde 1954 nach einem Entwurf von Johannes Krahn errichtet und beherbergt im Erdgeschoss Geschäfte und in den ersten zehn Etagen Büros. Nur ganz oben gibt es sechs Wohnungen. Eine davon war vor achteinhalb Jahren auf einer Internetseite annonciert. Harnack griff sofort zu.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Vom Gesundheitsamt genehmigt: Union-Fans im Corona-Hotspot Berlin

          Corona und Fans im Stadion : Berlin als Hotspot der Ignoranz

          Maskenpflicht, keine Gesänge und dennoch beste Stimmung: Fußballherz, was willst du mehr? Nein! Das wahre Bild, das vom Spiel von Union Berlin ausging, war befremdlich bis verstörend. Da hat wohl jemand den Schuss nicht gehört.

          Tastatursets im Vergleichstest : Da beißt die Maus keinen Faden ab

          Nicht nur Büroarbeiter haben täglich Tastaturen unter den Fingern. Vielschreiber benötigen eine andere Tastatur als Computerspieler. Wir haben drei Sets aus Tastatur und Maus fürs Homeoffice ausprobiert.

          Trumps Herausforderer : Ein Empathiebündel namens Joe Biden

          Es gab eine Zeit, da kam Joe Biden als Präsident nicht in Frage. Er tritt in Fettnäpfchen, biegt sich die Wahrheit zurecht und weist wenig Erfolge auf. Trump aber hat die Grenzen verschoben – und ihm den Weg geebnet. Ein Porträt.