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Frankfurt : Baubeginn für neue Wohntürme

Ein großer und zwei kleine Türme: An der Stiftstraße soll das neue Hochhaus-Ensemble entstehen. Bild: Simulation Magnus Kaminiarz & Cie

An der Stiftstraße entstehen drei Wohnhochhäuser. Der Bauherr prüft auch eine Verbindung zu „My Zeil“. Außerdem kündigt er an, das Bauvorhaben sei kein reines Luxusprodukt.

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          In der Innenstadt beginnt im nächsten Jahr der Bau eines neuen Hochhausensembles. Stefan Spilker, Geschäftsführer des Bauherrn Becken Development aus Hamburg, hat jetzt den Zeitplan für das Wohnhochhaus bekanntgegeben. Genaugenommen entstehen sogar drei Türme: Außer einem 85 Meter hohen Wohnhochhaus mit Eigentumswohnungen sollen auch zwei kleinere, 40 und 50 Meter hohe Türme mit Mietwohnungen in die Höhe wachsen. Im Februar will Becken den Bauantrag stellen und im zweiten Quartal die alten Bürohäuser der Telekom dort abreißen. Im September 2017 soll dann der Bau der neuen Hochhäuser beginnen, die laut Plan im Sommer 2020 bezugsfertig sind.

          Rainer Schulze
          (rsch.), Rhein-Main-Zeitung

          Geschäftsführer Spilker hält den Trend zum Wohnhochhaus für ungebrochen. „Wir werden in den Metropolen mehr Wohntürme sehen“, sagt er. Der beauftragte Architekt Magnus Kaminiarz, nach dessen Plänen auch der Grand Tower im Europaviertel entsteht, habe das Thema Wohnen im Hochhaus verinnerlicht. Kaminiarz hatte sich in einem zweiten Wettbewerbsverfahren durchgesetzt.

          „Selten so offen empfangen worden“

          Eigentlich sollte das Ensemble nach Plänen von Max Dudler realisiert werden. Der neue Eigentümer hatte jedoch einen zweiten Wettbewerb ausgelobt - aus steuerlichen Gründen, wie Spilker sagt. Denn das Finanzamt bewerte Grundstücksverkäufe anders als Projektverkäufe. Weil die Corpus Sireo im Auftrag des vorherigen Eigentümers das Projekt bis zur Baureife vorgeplant hatte, drohten offenbar Steuerlasten in Millionenhöhe. Becken entschied sich daher, nur das Grundstück von der Telekom zu erwerben und gemäß dem Bebauungsplan, der sich an Dudlers Entwurf orientierte, einen neuen Architekturwettbewerb zu machen. Dudler war ebenfalls dazu eingeladen worden, konnte sich aber nicht durchsetzen.

          Becken wird alle Bedingungen erfüllen, zu denen sich die Telekom in einem städtebaulichen Vertrag mit der Stadt verpflichtet hatte. Dazu zählt, dass für 51 der 250 bis 300 Wohnungen der Mietpreis gedämpft wird. Diese Wohnungen entstehen in dem niedrigen Turm am nördlichen Rand des Grundstücks. Spilker hält den Ansatz der Stadt, einen Anteil an verbilligten Wohnungen im Gegenzug für das Baurecht zu fordern, für handhabbar: „Frankfurt tut gut daran, klare Richtlinien zu formulieren. Dann können wir das einpreisen.“ Ohnehin sei das Bauvorhaben kein reines Luxusprodukt. „Wir wollen keine Gettobildung, sondern Menschen aller Couleur erreichen.“

          Hoch hinaus: Ab 2020 sollen die neuen Wohnhaustürme bezugsfertig sein.
          Hoch hinaus: Ab 2020 sollen die neuen Wohnhaustürme bezugsfertig sein. : Bild: Simulation Magnus Kaminiarz & Cie.

          Die Stadt ist mit dem Projekt einverstanden. Dass der Architekt ausgewechselt werde, sei nicht das übliche Verfahren, sagt der Sprecher des Planungsdezernats. „Aber wenn der Bauherr den Bebauungsplan erfüllt und sich an den städtebaulichen Vertrag hält, können wir nicht nein sagen.“ Zumal der neue Eigentümer, wie bei Hochhäusern gefordert, ein konkurrierendes Architekturverfahren veranstaltet habe. Spilker lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt: „Wir sind selten so offen empfangen worden wie hier.“

          Geschäfte im Erdgeschoss

          Mit dem neuen Entwurf von Kaminiarz möchte Spilker den Stadtraum an der Stiftstraße aufwerten und „einen Unort zu einem lebenswerten Ort machen“. Unter anderem will er versuchen, eine Verbindung zum Einkaufszentrum „My Zeil“ herzustellen - und zwar durch den Innenhof, um den sich die drei Türme gruppieren. Damit greift das Unternehmen einen alten Wunsch des Stadtplanungsamts auf, das die Fußgängerverbindungen in der Innenstadt verbessern will.

          Zwei Technikgebäude der Telekom im Blockinneren müssen erhalten bleiben, eines wird mit Hilfe „moderner Wohnformen“ aufgestockt. Die Fassade des anderen Technikgebäudes soll begrünt werden, ein kleiner Wettbewerb mit Landschaftsarchitekten steht noch aus. Im Erdgeschoss des Gebäudeensembles sollen Geschäfte und Restaurants einziehen. Für die Türme sind Dachterrassen für alle Nutzer geplant, es soll auch einen privaten Fitnessclub geben.

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