https://www.faz.net/-gzg-99ylj

Frankfurter Aktionstag : Wo gibt’s eine Kippa?

  • -Aktualisiert am

Im Internet findet man alles: eine modische Rolling-Stones-Kippa Bild: EPA

Kurz vor dem Frankfurter Kippa-Tag kommt so mancher in Verlegenheit. Denn wo bekommt man die jüdische Kopfbedeckung überhaupt her? Der Kämmerei zumindest geht so langsam der Vorrat aus.

          2 Min.

          „Wo bekomme ich nur eine Kippa her?“ – Manch einem wird fünf Tage vor dem Frankfurter Kippa-Tag am kommenden Montag bewusst, dass er sich schleunigst um diese jüdische Kopfbedeckung kümmern muss, will er dem Aufruf des Frankfurter Kirchendezernenten Uwe Becker (CDU) folgen, am 14. Mai einen Tag lang als Zeichen gegen den wachsenden Antisemitismus ein Kappel zu tragen, wie die Mütze bei den deutschen Juden einst hieß.

          Beckers Stadtkämmerei hat zwar vorgesorgt und 1000 Kippot, so der Plural, geordert, die sie den Teilnehmern der Aktion zur Verfügung stellt. Weiße Kippot, keine schwarzen, denn es soll während des Tags und am Abend beim Zusammentreffen um 18 Uhr auf dem Römerberg gefeiert und nicht getrauert werden.

          Freilich ist der Kämmerei-Vorrat an Kippot in den vergangenen Tagen arg geschrumpft, so dass lediglich ein kleiner Restbestand übrig geblieben ist. Zudem bleibt wegen des morgigen Feiertags nur noch der Freitag, um sich beim Pförtner der Kämmerei am Paulsplatz sein Kappel abzuholen. Zuvor muss man aber sein Begehr dem Amt kurz unter der Internetadresse wiebke.reimann@stadt-frankfurt.de vortragen, worauf jeder Interessent von Beckers Referentin eine freundliche Antwort und eine Einladung zum Pförtner erhalten wird.

          Über Amazon bestellen

          Selbstverständlich kann man seine Kippa auch bei Amazon ordern. Dort gibt es bekanntlich nichts, das es nicht gibt – ausgenommen Hakenkreuze, sofern man nicht auf die amerikanischen Seiten des Konzerns geht. Die Farben der Kopfbedeckungen reichen bei Amazon von schwarz über weiß bis zu violett oder elegant braun, die Preise von 3,99 bis 19,95 Euro. Die originellere Auswahl bietet aber www.yarmulkes.com, dort werden zum Beispiel Kippot mit Alligatormotiven angeboten, die das Herz jedes Outdoor-Mannes erfreuen dürften.

          Apropos Mann. Üblicherweise bedecken jüdische Männer ihren Kopf zu jener Zeit, in der sie sich mit Gott beschäftigen, also beim Gebet oder beim Gottesdienst in der Synagoge. Zumindest im deutschsprachigen Raum. Das heißt aber keinesfalls, dass Frauen keine Kippa tragen dürfen. Man muss sich nur einmal Fotos der Frankfurter Rabbinerin Elisa Klapheck ansehen, um zu erkennen, dass ein Kappel auch eine Frau ziert. Nun gut, sie gehört dem liberalen Judentum an und löst als Rabbinerin und Kippa-Trägerin bei den Orthodoxen nicht gerade Begeisterungsstürme aus.

          Jüdisches Symbol

          Die Kippa begründet sich nicht auf biblisches Gebot, auch nicht auf talmudisches. Trotzdem hat sie es geschafft, zum jüdischen Symbol par excellence zu werden. Trägt ein Jude sie öffentlich, drückt er damit aus, dass er sich zum Jüdisch-Sein bekennt.

          Am nächsten Montag aber soll sie einzig ein Zeichen der Solidarität darstellen als Antwort auf den Angriff in Berlin auf einen Kippa tragenden Juden. Sollte es windig sein, empfiehlt sich eine Haarspange zur Befestigung der Kippa. Und wenn man kaum mehr Haare hat? Die Antwort weiß vermutlich der kippaerfahrene Uwe Becker. Denn trotz kahler Stellen auf seinem Kopf hält bei ihm das Kappel.

          Weitere Themen

          „Empört Euch !? – Arm im Wohlfahrtsstaat“ Video-Seite öffnen

          Ökumenischer Kirchentag : „Empört Euch !? – Arm im Wohlfahrtsstaat“

          Die Deutschen leben in einem reichen Land, das Milliarden Euro mobilisieren kann, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bekämpfen. Und dennoch sind viele Menschen arm. Ein Gespräch zwischen Georg Cremer, ehemaliger Generalsekretär der Caritas, und Joachim Rock, Abteilungsleiter im Paritätischen Gesamtverband. Aus der Gesprächsreihe „Schaut hin- zum Ökumenischen Kirchentag 2021“.

          Topmeldungen

          Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag am Hafen in Oldenburg. Dort hat sie ihren Wahlkreis.

          Linkspartei : „Wir sind bereit, zu regieren“

          Die Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Amira Mohamed Ali, hat in ihrer Partei schnell Karriere gemacht. Ein Gespräch über Streit in den eigenen Reihen, die nächste Bundestagswahl und Dinge, die man auch nicht im Scherz sagen darf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.