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Wo der HiFi-Boom begann : Der gute Ton

HiFi-Spezialist: Radio Wächtershäuser an der Friedensstraße war eine wichtige Anlaufstelle für Frankfurter Musikliebhaber (Archivbild). Bild: Foto Joachim Bung

Vor 60 Jahren nahm im Frankfurter Bahnhofsviertel der deutsche HiFi-Boom seinen Anfang. Doch der war für die neue Klangtechnik aus Amerika gar nicht so leicht.

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          Wohltönend ist nur der Name: „Zauberklang“ heißt ein in den fünfziger Jahren weitverbreitetes Radiogerät. Es überträgt zwar Konzerte und Opern, ist mit seiner Nussbaum-Optik aber vor allem ein wichtiger Bestandteil der Wohnungseinrichtung, ein Hingucker. Das gilt auch für die Musiktruhen, die sich die Wirtschaftswunder-Deutschen für teuer Geld in ihre Stuben stellen und dabei viel zu oft vergessen, dass Maserung, Politur, Zierleiste oder eingebaute Bar nichts mit der Qualität des jeweiligen Geräts zu tun haben. „Die elektroakustische Industrie ist heute zu einem Zweig der Möbelindustrie verkommen“, spottet seinerzeit zum Beispiel der Journalist Ernst Pfau, der zu den ersten Autoren in Deutschland gehört, die über „high fidelity“, sprich „HiFi“, schreiben.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          HiFi ist ein Marketing-Slogan, den vor allem amerikanische, aber auch britische Audio-Unternehmen in den Fünfzigern eingeführt haben, um Schallplatten und Abspielgeräte anzupreisen, mit denen eine möglichst klanggetreue Wiedergabe möglich ist. Zwar gilt HiFi manchem Kunden anfangs als Synonym für „teuer“, doch finden die hochwertigen Geräte in Amerika und Großbritannien rasch Verbreitung, nicht zuletzt, um die immer populärer werdenden Stereo-Langspielplatten in angemessener Weise hören zu können. Die ersten dieser Platten kommen im Herbst 1958 auch in Deutschland in den Handel, doch kann das Publikum mit der neuen, Stereophonie genannten Technik noch nicht allzu viel anfangen.

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