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Wissenschaftler erwarten Ausbreitung : Einwandern fremder Krebsarten

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Unterwegs zum Schwimmerbecken: Procambarus clarkii im Rebstockpark Bild: privat

Amerikanische Flusskrebse fühlen sich wohl in Deutschland und profitieren vom Klimawandel. Gegenüber ihren europäischen Artgenossen sind sie im Vorteil: Ihnen kann die Krebspest nichts anhaben.

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          Der Klimawandel zeigt Wirkung: Ursprünglich in Amerika heimische Krebse fühlen sich inzwischen in deutschen Gewässern so wohl, dass sie sich nach Erwartungen von Wissenschaftlern weiter ausbreiten werden. Mehrere eingeschleppte oder ausgesetzte Arten hätten sich seit Jahren fest etabliert und vermehrten sich, unter anderem in hessischen Gewässern, sagte Prof. Michael Türkay, Krebs-Experte des Forschungsinstituts Senckenberg, am Donnerstag in Frankfurt. Die wärmeliebenden Krustentiere profitierten vom Klimawandel.

          Verdrängen könnten sie sich höchstens gegenseitig, denn die früher in Deutschlands Flüssen weit verbreiteten Edelkrebse seien bereits bis auf einzelne, isolierte Exemplare seit rund 100 Jahren ausgestorben. Daran waren die Einwanderer nur indirekt beteiligt: Die Edelkrebse fielen laut Türkay der Krebspest zum Opfer, einer Pilzkrankheit, gegen die amerikanischen Arten immun sind. Ende des 19. Jahrhunderts seien amerikanische Flusskrebse in Deutschland ausgesetzt worden.

          Krebse vermutlich ausgesetzt

          Zuletzt seien der rote Louisiana-Sumpfkrebs und der Signalkrebs hinzugekommen - beide ursprünglich in Amerika heimisch. Der rote Louisiana-Sumpfkrebs - laut Türkay „ein richtig invasiver Bursche“ - habe sich im Mönchwaldsee in Südhessen häuslich eingerichtet und überlebe seit 2004 sämtliche Winter. Woher die Louisiana-Krebse kamen, die während eines Gewitters von einem Weiher kürzlich in einem nahegelegenes Frankfurter Schwimmbad wanderten, ist unklar. Türkay vermutet, jemand habe sie ausgesetzt. Von Südhessen über Land zugewandert seien sie sicher nicht.

          Die Neubürger besetzen genau den Platz im Ökosystem, die ursprünglich die deutschen Flusskrebse hatten. „Das Ökosystem funktioniert auch mit invasiven Arten“, sagte Türkay. Allerdings seien Langzeituntersuchungen nötig, um zu verstehen, welche Gesetzmäßigkeiten es bei Veränderungen gebe.

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