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Flughafen Frankfurt : Wisag hat Lizenz zum Jet-Putzen

Hartes Geschäft: Das Be- und Entladen funktioniert nur mit viel Handarbeit. Bild: Frank Röth

Von nun an wird neben Fraport ein weiteres Frankfurter Unternehmen gelandete Flugzeuge Be- und Entladen: Die Wisag Aviation Service Holding. Zuvor hatte das Unternehmen geklagt.

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          Die Wisag Aviation Service Holding hat die europaweite Ausschreibung einer Lizenz für die Bodenabfertigung am Frankfurter Flughafen für sich entschieden. Sie wird für die nächsten sieben Jahre, neben dem Flughafenbetreiber Fraport AG selbst, Fluggesellschaften Dienstleistungen wie das Beladen, Betanken und Reinigen von Flugzeugen anbieten. Das teilte das hessische Wirtschafts- und Verkehrsministerium am Dienstag mit, das die Entscheidung gefällt hat.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Das Frankfurter Unternehmen tritt damit an die Stelle der Acciona Airport Services GmbH, die bislang als zweiter Anbieter der Bodendienste in Frankfurt tätig war. Die Tochter des spanischen Mischkonzerns Acciona ist seit vielen Jahren in Frankfurt aktiv gewesen und beschäftigte zuletzt rund 1000 festangestellte Mitarbeiter und etwa 300 Leiharbeiter am Frankfurter Flughafen.

          Ministerium entscheidet

          Die Wisag hat angekündigt, alle betroffenen Mitarbeiter der Acciona zu übernehmen, wenn sie es wollten. Dabei werde man „selbstverständlich“ den von der Acciona im März mit der Gewerkschaft Verdi ausgehandelten Tarifabschluss als Basis nutzen, hieß es am Dienstag.

          Michael Wisser, Chef der Wisag Aviation Service sagte: „Bei aller Freude über diese Entscheidung wissen wir, dass bei den Beschäftigten der Acciona nun Unsicherheiten aufkommen. Wir legen großen Wert darauf, dass alle Arbeitsplätze erhalten bleiben und es zu keinen Entgeltabsenkungen kommt.“ Die Mitarbeiter der Acciona seien herzlich willkommen, und sein Haus werde für einen fairen Betriebsübergang sorgen.

          Die EU fordert, dass Fluggesellschaften an Flughäfen mindestens unter zwei Anbietern dieser Serviceleistungen wählen können. Diese Dienste müssen alle sieben Jahre neu ausgeschrieben werden. Weil der Flughafenbetreiber Fraport selbst auch die Dienstleistungen an den Flugzeugen anbietet, muss bei der Frankfurter Ausschreibung das hessische Wirtschafts- und Verkehrsministerium ersatzweise darüber entscheiden, wer – neben Fraport – zweiter Anbieter sein darf.

          Anbieter unter Kostendruck

          Zuletzt war dabei zunächst einmal mehr Acciona zum Zuge gekommen. Dagegen hatte die Wisag erfolgreich vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof geklagt. Die damalige Ausschreibung war demnach fehlerhaft. Bei der neuerlichen Ausschreibung schafften es nun die Frankfurter Anbieter.

          Grundsätzlich könnten auch die Fluggesellschaften selbst ihre Flugzeuge be- und entladen, Kerosin nachfüllen und die Kabine reinigen. Den enormen logistischen Aufwand und die damit verbundenen Kosten scheuen sie allerdings und kaufen die Dienstleistungen lieber ein. Da sie dabei möglichst wenig zahlen wollen, ist der Kostendruck auf die Anbieter sehr groß. Daher gilt es als sehr schwierig, den Unternehmenszweig Bodenverkehrsdienste überhaupt rentabel zu betreiben.

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