https://www.faz.net/-gzg-9fu11

Hessen, Vermögen und Politik : Zur vollsten Zufriedenheit

Komfortzone: In den Läden an der Zeil lassen viele Menschen viel Geld, weil sie es sich leisten können. Gleichzeitig menen viele, um sie herum gehe es bergab Bild: Vogl, Daniel

Darf man einmal kurz darüber staunen, dass sich Menschen in der übergroßen Mehrheit selbst gut situiert sehen und zugleich fest davon überzeugt sind, um sie herum gehe alles den Bach herunter?

          1 Min.

          Kann ja sein, dass die Hessen am Sonntag ihre Landesregierung in die Wüste schicken, aber welchen Grund es auch immer dafür geben mag – es kann nicht der sein, dass es ihnen schlechtgeht. Bei der Frage „Wie beurteilen Sie Ihre eigene gegenwärtige finanzielle Situation?“ für das gerade veröffentlichte Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands kreuzten in Hessen nicht weniger als 72 Prozent „gut“ oder „sehr gut“ an.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          24 Prozent wählten immerhin „es geht“, und gerade vier Prozent entschieden sich für „schlecht“ oder gar „sehr schlecht“. So viel Zufriedenheit fand sich in keinem anderen Bundesland, nicht einmal in Bayern, wo Reiche und Schöne in noch größerer Zahl vermutet werden.

          Rüffel per Stimmzettel verständlich?

          In ganz Deutschland meinen bloß 63 Prozent, ihre Vermögenslage sei „gut“ oder besser. Die Nachbarn der Hessen in Rheinland-Pfalz kamen auf Platz zwei. Nicht gefragt wurde vom Sparkassenverband, wie viel genau man auf der hohen Kante haben muss, bis man sich zufrieden fühlt, aber man muss ja nicht alles wissen. Herauslesen ließ sich aus der Studie noch, dass in keinem anderen Bundesland so viele Einwohner fürs Alter vorsorgen, 87 Prozent.

          Einen Rüffel per Stimmzettel verpassen die Hessen ihrer Regierung und der halben Opposition wahrscheinlich trotzdem. Darf man einmal kurz darüber staunen, dass sich Menschen in der übergroßen Mehrheit selbst gut situiert sehen und zugleich fest davon überzeugt sind, um sie herum gehe alles den Bach herunter?

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Menschen gehen am Sonntag bei Sonnenschein am Rheinufer in Düsseldorf spazieren.

          Vor Beratungen : Öffnen beim Anblick der dritten Welle?

          Deutschland steht vor einer neuen Pandemie-Welle. Die Politik sucht eine Gratwanderung zwischen Vorsicht und Lockerungen. Sind regionale Strategien und Schnelltests die Lösung?
          Einer Ärztin wird am Freitag in der Hauptstadt von Paraguay der russische Impfstoff Sputnik V verabreicht.

          Sputnik V : Einer der gefragtesten Impfstoffe der Welt

          Allein vergangene Woche haben fünf weitere Länder Russlands Corona-Impfstoff zugelassen. Auch ein EU-Land hat das Vakzin schon registriert. War die Skepsis des Westens unangebracht?
          Am Boden und vor dem Absturz: Schalke 04 zerstört sich selbst.

          Selbstzerstörung in Bundesliga : Vergifteter Boden bei Schalke 04

          Die Rauswurforgie ist die jüngste Wendung einer sagenhaften Geschichte der Selbstzerstörung. Dass drei Spieler, die erst kurz im Klub sind, so etwas anzetteln können, zeigt, wie kontaminiert die Schalker Erde ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.