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Internationales Postzentrum : Zu schnell für das menschliche Auge

  • -Aktualisiert am

Eine Mitarbeiterin sortiert Briefe im Internationalen Postzentrum am Frankfurter Flughafen Bild: dpa

Menschen sind im Internationalen Postzentrum nicht gleich zu sehen. Doch arbeiten dort 1700 Frauen und Männer. Täglich sortieren sie 2,4 Millionen Briefe, 27.000 Päckchen und 8000 Pakete, die aus aller Welt kommen oder verschickt werden.

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          Menschen sind im Internationalen Postzentrum nicht gleich zu sehen. Hinter Paketstapeln und stockwerkhohen Maschinen haben am postalischen Tor zur Welt gleichwohl 1700 Mitarbeiter einen Arbeitsplatz. Jeden Tag sortieren sie 2,4 Millionen Briefe, 27.000 Päckchen und 8000 Pakete, die aus allen Ländern der Welt kommen oder in ebendiese zu transportieren sind. 110 Millionen Euro hat die Deutsche Post im Jahr 1997 in ihr Logistikzentrum am Flughafen investiert – und damit zu Beginn viele Schwierigkeiten verursacht. Zehn Jahre später ist der Leiter des Postzentrums, Peter Fery, froh, dass ihm inzwischen nicht viel mehr als die Klimaanlage Sorgen bereitet.

          Das Geschäft mit dem weltweiten Brief- und Paketverkehr sei für die Deutsche Post wichtiger denn je, sagt Fery. Während nationale Transportmengen stagnierten oder sogar geringer würden, biete der Postaustausch mit dem Ausland Chancen auf Wachstum. Im Postzentrum, das als höchstes Gebäude auf dem Flughafengelände selbst den Tower überragt, sei die Zahl der transportierten Briefe, Päckchen und Pakete seit Jahren konstant. Hinzu kommen ständig neue Dienstleistungen, wie Fery berichtet. In der vierten Etage nehmen Mitarbeiter etwa stoßweise Werbebriefe von ausländischen Absendern entgegen. Sie werden in Frankfurt sortiert und in alle 256 Länder der Welt weitertransportiert.

          Zuerst liest ein Computer die Adresse

          Gleich daneben laufen Briefe so schnell über Förderbänder, dass das menschliche Auge sie kaum noch wahrnehmen kann. Dort, in der Abteilung für Standardbriefe, arbeitet täglich von 7 bis 22 Uhr die Importschicht, wie Fery sagt. Sie öffnet Säcke und Kartons etwa der britischen Royal Mail, des amerikanischen US Postal Service oder der Österreichischen Post und legt sie auf Stapel, die Maschinen automatisch auf ihre Fließbänder ziehen.

          Die Anschrift auf etwa jedem zweiten Brief, sagt Fery, lese der Computer. In den übrigen Fällen habe etwa die Handschrift des Absenders zu viele Schnörkel oder seien die Poststandards bei der Anschrift nicht eingehalten. Solche Post werde fotografiert, sie erscheine als Bild auf einem Monitor und werde von Mitarbeitern entziffert.

          95,4 Prozent der aus dem Ausland eingetroffenen Briefe habe im vergangenen Jahr ein Briefträger schon am nächsten Tag dem deutschen Empfänger zugestellt, sagt Fery. Die Zahl, die wichtiges Qualitätskriterium für die Deutsche Post sei, werde von der International Post Corporation mit getarnten Testbriefen ermittelt. Die Zahlen des Zusammenschlusses mehrerer internationaler Postunternehmen belegten auch, dass im vergangenen Jahr 93,3 Prozent aller für einen ausländischen Empfänger bestimmten deutschen Briefe einen Tag nach dem Abschicken auf einem Flughafen des Ziellands angekommen seien. Damit liege die Deutsche Post im europäischen Vergleich mit anderen Unternehmen auf Platz zwei nach der niederländischen Post.

          91 Prozent werden ein Tag nach Ankunft zugestellt

          Vor zehn Jahren, nachdem das Postzentrum den Postverkehr mit dem Ausland von mehreren Luftpostleitstellen übernommen hatte, hat in dem Zentrum am Flughafen nach Worten von Fery kaum etwas funktioniert. Damals hätten die eilig eingestellten Mitarbeiter eher gegen- als miteinander gearbeitet. Das Frachtpostzentrum habe Schwierigkeiten mit der Sicherheit gehabt; durch Vandalismus seien Schäden entstanden. Im Ergebnis seien im Jahr 1998 nur gut 75 Prozent der Briefe einen Tag nach Einlieferung im Ausland angekommen. Seit inzwischen sechs Jahren, sagt Fery, erreiche die Deutsche Post das selbstgesteckte Ziel von mindestens 91 Prozent.

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