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Weitere Fluglinien betroffen : Zu oft zu spät: Laudamotion soll zahlen

Zu oft zu spät: Laudamotion soll zahlen – hier ein Flugzeug der Ryanair-Tochter Bild: dpa

Keine ausreichende Vorsorge gegen typische Verzögerungen im Flugplan getroffen zu haben: Diesem Vorwurf sieht sich die Ryanair-Tochter Laudamotion in Frankfurt ausgesetzt. Und soll zahlen.

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          Zum ersten Mal seit es am Frankfurter Flughafen ein Nachtflugverbot von 23 bis fünf Uhr gibt, hat eine Fluggesellschaft ein Bußgeldbescheid wegen Verspätungslandungen erhalten. Wie der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) am Dienstagnachmittag sagte, muss die inzwischen vom irischen Billigflieger Ryanair übernommene Airline Laudamotion wegen Verstößen gegen die Nachtflugbeschränkungen zahlen. Sie kann allerdings gegen die Entscheidung des zuständigen Regierungspräsidiums Darmstadt noch Rechtsmittel einlegen.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Der Bußgeldbescheid bezieht sich auf den Sommer 2018, in dem es eine besonders hohe Zahl an sogenannten Verspätungslandungen am Frankfurter Flughafen gegeben hat. Anders als im Fall des Ferienfliegers Condor und des Billigfliegers Ryanair, deren Flugzeuge im Sommer 2018 ebenfalls öfter zwischen 23 und 24 Uhr landeten, war es Al-Wazir zufolge im Fall einer Verbindung der Laudamotion von Frankfurt nach Mallorca nach aufwändigen Ermittlungen klar nachzuweisen, dass die verspäteten Landungen auf einen zu knapp kalkulierten Flugplan zurückzuführen war.

          Es sei auszuschließen gewesen, dass im Fall dieser Verbindung von Laudamotion die häufigen Unwetter und der Streik der französischen Fluglotsen im damaligen Sommer Ursache für die Verspätungslandungen gewesen seien.

          Bei den anderen Fluggesellschaften habe dieser Nachweis nicht geführt werden können. Im geltenden Luftverkehrsgesetz ist allerdings nach wie vor erst einmal nur der Pilot für derartige Verspätungen zu belangen. Erst wenn ein solches Verfahren abgewickelt ist, kann auch in einem weiteren komplizierten Schritt der Fluggesellschaft selbst  ein Bescheid zugestellt werden. In dem kann dann der durch den Verstoß gegen das Nachtflugverbot erwirtschaftete zusätzliche Gewinn wieder abschöpft werden.

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