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Wirtschaft & Kriminalität : Handwerk fordert konsequenteren Kampf gegen Schwarzarbeit

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Schattenmenschen - Schwarzarbeiter in Deutschland Bild: picture-alliance/ dpa

Schwarzarbeit kann immer noch nicht richtig bekämpft werden, wie das hessische Handwerk meint. Obwohl vor 50 Jahren das erste Gesetz zur Bekämpfung illegaler Beschäftigung in Kraft trat. Deshalb fordert das Handwerk ein schärferes Schwert gegen die Schattenwirtschaft.

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          Das hessische Handwerk fordert einen konsequenteren Kampf gegen Schwarzarbeit. 50 Jahren nachdem dem In- Kraft-Treten des ersten Gesetzes zur Bekämpfung illegaler Beschäftigung am 30. März 1957 seien die rechtlichen Möglichkeiten immer noch ein relativ stumpfes Schwert, sagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft der hessischen Handwerkskammern, Gerhard Repp, am Donnerstag in Wiesbaden. Außerdem gebe es ein „erschreckendes Vollzugsdefizit“: Es würden oft wesentlich niedrigere Bußgelder verhängt als rechtlich möglich wäre.

          Repp verwies auf Schätzungen, nach denen rund 15 Prozent des legal im hessischen Handwerk erwirtschafteten Jahresumsatzes von 30 Milliarden Euro wegen Schwarzarbeit verloren gingen. „Ich gehe davon aus, dass in der gesamten hessischen Wirtschaft insgesamt rund 50 000 Vollzeitarbeitsplätze entstehen könnten, wenn Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung wirksam bekämpft würden“, betonte Repp.

          Als absurd bezeichnete es der Handwerkspräsident, dass auch Schwarzarbeiter gesetzlich unfallversichert sind. Würden nach einem Unfall beispielsweise auf einer Baustelle ärztliche Behandlungen bis zur Rehabilitation oder eine Rente nötig, müssten die Berufsgenossenschaften die Kosten tragen. Damit zahlten die gesetzestreu arbeitenden Unternehmen mit ihren Beiträgen an die Berufsgenossenschaften die illegal arbeitende Konkurrenz.

          Bild: dpa

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