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Verbraucher-Hotline geschaltet : Woher kommt die Salami?

Herkunftsfrage: Salami und andere Wurst kommen selten aus Handwerksbetrieben Bild: EPA

Aus welchem Betrieb stammen Wurst und Fleisch auf meinem Teller? Diese Frage dürfte sich im Lichte des Falles Wilke so mancher Verbraucher stellen. Eine Antwort: meistens aus der Fleischindustrie.

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          Woher kommt die Salami? Nach Angaben des Deutschen Fleischverbands kommt das meiste Fleisch und Geflügel, das in Deutschland verzehrt wird, inzwischen aus industriellen Betrieben wie Tönnies, Westfleisch, Wiesenhof oder auch Wilke. Nur ein Drittel geht auf handwerkliche Betriebe zurück. Aus welchem Land und welchem Betrieb Wurst und Fleisch kommen, ist bei loser Ware im Supermarkt für Verbraucher allerdings nicht zu erkennen. In dem Fall müssen sie nach der Herkunft fragen.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Regierungspräsidium Darmstadt geht allerdings, wie berichtet, davon aus, dass keine Wilke-Wurst mehr am Markt ist. Bei verpackter Ware ist die Betriebsnummer in einem ovalen Emblem auf der Rückseite ein wichtiger Hinweisgeber. Bei Lebensmitteln, die von der Firma Wilke hergestellt wurden, steht an der Stelle etwa die Nummer „DE EV 203 EG„. Diese Produkte sollte man also umgehend wegwerfen, falls noch welche im Kühlschrank liegen. Weitere Marken, die betroffen sind, wurden auf der Seite www.lebensmittelwarnung.de veröffentlicht.

          Verbraucher-Hotline geschaltet

          Problematisch sind Produkte, bei denen Fleisch und pflanzliche Erzeugnisse miteinander vermischt sind, etwa Salate mit Fleisch. In diesem Fall muss die Identitätskennzeichnung nicht auf der Verpackung stehen. Ernährungsexperten wie Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen kritisieren seit langem, dass es keine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Lebensmitteln in der EU gibt.

          Wer im Wilke-Fall weiter unsicher ist: Beim Regierungspräsidium Darmstadt wurde eine Verbraucher-Hotline eingerichtet, die bis auf weiteres während der Servicezeiten der Behörde von montags bis donnerstags zwischen 8 und 16.30 Uhr sowie freitags zwischen 8 und 15 Uhr unter der Nummer 0 61 51/12 60 82 zu erreichen ist. Die Verbraucherzentrale Hessen berät jeden Dienstag zwischen 10 und 14 Uhr unter der Nummer 0 90 01/97 20 12 (Kosten: 90 Cent pro Minute).

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