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Isra Vision AG : Wild auf und ab mit sehenden Maschinen

Self-made-Man: Enis Ersü führt mit Erfolg die von ihm gegründete Isra Vision AG Bild: Isra Vision/Dennis Strassmeier

Ende des vergangenen Jahres fiel die zuvor glänzend gelaufene Aktie der Isra Vision AG an der Börse in Ungnade. Doch seit Jahresbeginn glänzt der Spezialsoftware-Hersteller aus Darmstadt im Tec-Dax wieder.

          Wer schwindelfrei ist, kann sich diesen wüsten Kursverlauf unbeschadet ansehen. Andere Gemüter könnten glauben, unter Sehstörungen zu leiden. So wild ist es mit der Aktie der Isra Vision AG aus Darmstadt in den vergangenen Monaten auf und ab gegangen. Zunächst wurde der erfolgverwöhnte Hersteller „sehender Maschinen“, das sind mit spezieller Software gekoppelte Kameras, an der Börse mitverkauft, als sich Anleger im Herbst von Technologieaktien trennten.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Danach enttäuschte der Mittelständler, dessen Anlagen in einer Vielzahl von Branchen die Qualität von Waren prüfen und Roboter steuern, mit seinem Umsatz. Die Folge war ein zweistelliger Kursverlust. Doch diese Talfahrt ist schon wieder Geschichte – dank der neuen Geschäftszahlen.

          Fast 50 Prozent seit Jahresbeginn

          Der Mittelständler ist in einer Vielzahl von Branchen vertreten. Kameras von Isra Vision hängen unter anderem in Betrieben, die Bandstahl herstellen, in Lackierereien von Autobauern, sie überwachen zudem die Produktion von Folien und Solarzellen, von Banknoten, Papier und Glas sowie anderen Gütern. Außerdem bietet Isra eine Software an, mit der Kunden ihre Produktion im laufenden Betrieb analysieren und danach entsprechende Entscheidungen treffen können. Dies soll der Effizienz dienen.

          Seit Jahresbeginn führt Isra Vision (WKN 548810) die Liste der Tec-Dax-Titel auf dem Kurszettel dieser Zeitung an mit einem Plus von fast 50 Prozent. Schon seit Januar geht es aufwärts; Anleger sind wohl der Meinung, die herben Kursverluste waren übertrieben.

          Sportlich bewertet

          Infolge der neuen Geschäftszahlen schoss die Aktie am Donnerstag vorübergehend um 17 Prozent nach oben – lag zum Börsenschluss aber leicht im Minus. Doch hat die Firma wieder den gewohnten Takt aufgenommen: Der Umsatz stieg um ein Zehntel, der Gewinn etwas mehr. Am Dienstag steigt der Titel weiter auf das höchste Niveau seit November, trotz der beinahe närrisch hohen Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 31.

          Die Dividendenrendite ist nicht der Rede wert. Sie bleibt weit unter einem Prozent, auch wenn die Dividende um 27 Prozent steigen soll auf 15 Cent. Aber: Der Auftragsbestand sorgt offenbar für Kursphantasie. Außerdem stellt die Firma weitere Zukäufe in Aussicht.

          Die von Analysten gesteckten Kursziele unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Laut Isra-Homepage rät die Bank Hauck & Aufhäuser zum Kauf der Aktie und sieht sie mit 44 Euro als fair bezahlt an. Aus Sicht von Warburg Research ist sie einen Euro mehr wert. Oddo BHF sieht das Papier dagegen als Halte-Position an, Kursziel 34,50 Euro.

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