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Streit um hohe Zinsen : Wieso Sparkassen-Kunden um alte Verträge kämpfen sollten

Streitfall: Viele alte Sparverträge sind mit stattlichen Zinsen verbunden - vielen Sparkassen gefällt das nicht mehr wegen der Magerzinsen derzeit Bild: Frank Röth

Immer mehr Sparkassen möchten gut verzinste Altverträge loswerden. Kunden sollten eine Kündigung jedoch nicht ungeprüft hinnehmen, sagen Verbraucherschützer. Womöglich wurde über die Jahre auch zu wenig Geld gut geschrieben.

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          In Hessen und Rheinland-Pfalz fängt es nun auch an. Während in Dresden und München bereits die ersten Großsparkassen die Altverträge tausender Kunden gekündigt haben, treten Sparkassen in der Region bisher nur vereinzelt an Kunden heran. Gerade einmal vier Fälle hessischer Sparkassen aus Schwalm-Eder, Hanau und Offenbach sind aktuell über das Frühwarn-Netzwerk der Verbraucherzentralen dokumentiert. Doch das sei erst der Anfang, meint Michael Dettelbacher, Leiter der Abteiung Verbraucherrecht und -Politik bei der Verbraucherzentrale Hessen. „Die Welle ist absehbar. Wir warten auf den Tag.“

          Petra Kirchhoff
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Konkret geht es um Sparverträge mit lukrativen Zinsen und Prämienaufschlägen – vor zwanzig, dreißig Jahren waren sie Bestseller bei Sparkassen und auch Genossenschaftsbanken. Neben einem variablen Grundzins auf den insgesamt in Monatsraten angesparten Vertrag erhalten Kunden bei diesen Verträgen eine Prämie auf die jeweils in einem Jahr eingezahlte Summe. Die Prämie steigt im Zeitverlauf, in vielen Verträgen ist die Höchststufe im 15. Sparjahr mit 50 Prozent erreicht. Das heißt, wer etwa in einem Jahr jeden Monat 100 Euro eingezahlt hat, bekommt am Ende des Jahres 600 Euro on top. Und das auch in den Folgejahren. Kein Wunder, dass die Sparkassen diese Verträge loswerden wollen, denn die Altverträge kosten sie viel Geld, sie machen damit Verlust.

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