https://www.faz.net/-gzg-99ft5

Fragen zu 15 Kompetenzzentren : Was Opel noch nicht sagt

Muss sich derzeit oft erklären, behält aber einiges für sich: Opel-Chef Lohscheller Bild: dpa

Wie viele Stellen sichern die 15 Kompetenzzentren, mit denen die Opel-Mutter das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim nach eigener Aussage stärken will? Nicht nur das behält Opel noch für sich.

          Unruhige Zeiten sind die Opelaner aus der Vergangenheit gewohnt. Doch in diesen Tagen geht es besonders lebhaft zu. Es tobt zwischen Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertretern ein Kampf um die Deutungshoheit. Opel-Chef Michael Lohscheller hebt beinahe täglich hervor, das Unternehmen halte an dem Plan für Investitionen in die deutschen Werke fest – er fordert aber auch mehr Zugeständnisse der Belegschaften. Zusätzlich jagt eine Spekulation um Opel die nächste.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          So sind angeblich 1200 der rund 7500 Arbeitsplätze im Entwicklungszentrum gefährdet. Nun gilt für die Mitarbeiter schon seit Jahresbeginn Kurzarbeit. Das bedeutet für sie eine unfreiwillige Vier-Tage-Woche mit weniger Gehalt. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite hat der Autobauer erst vor einem Monat bekanntgegeben, dass das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim weitere Aufgaben übernehmen soll durch die Schaffung sogenannter Kompetenzzentren.

          „Dazu äußern wir uns gegenwärtig nicht konkret“

          Über sie sind seitdem recht wenig Worte verloren worden. Angesichts des Streits um die Zukunft des Werks in Eisenach ebenfalls in den Hintergrund getreten ist die Frage, wie das zweite Auto aussehen soll, das im Stammwerk neben dem Mittelklasse-Flaggschiff Insignia von 2019 an vom Band laufen soll. Immerhin lässt die Pressestelle von Opel nun wissen, es gelte nach wie vor die Ankündigung vom 9. November. Seinerzeit hatte der Autobauer mitgeteilt, Rüsselsheim solle ein Modell im D-Segment erhalten, gebaut auf Grundlage einer Technik aus dem französischen Mutterkonzern PSA, auf EMP2-Basis genannt. In die Alltagssprache übersetzt heißt das: D-Segment bedeutet Mittelklasse-Auto. Wie das Fahrzeug aber im Einzelnen aussehen soll, steht dahin. Näheres lässt sich Opel noch nicht entlocken.

          Klar ist aber: Alles in allem steigt die Zahl der Kompetenzzentren, die für den gesamten PSA-Konzern tätig sein sollen, auf 15. Sie sollen sich etwa um die Brennstoffzelle als Alternative zur Batterie für Elektroautos, neuartige Kraftstoffe und Assistenzsysteme kümmern. Neben großen Themen wie diesen sind aber auch mutmaßlich kleine darunter; genannt seien Sitze, Kraftstoffsysteme und Rückhaltesysteme einschließlich Sicherheitsgurte. Die für die Mitarbeiter wichtige Frage, wie viele Arbeitsplätze diese Kompetenzzentren sichern, beantwortet Opel aber nicht. „Dazu äußern wir uns gegenwärtig nicht konkret“, heißt es dazu nur aus dem Unternehmen.

          Verhandlungspartner aus Paris

          Lohscheller hob abermals hervor: „Wir wollen und werden weiter mit den Sozialpartnern verhandeln.“ Dieser Satz zeigt, wie verfahren die Lage sein muss – schließlich sagt Lohscheller nur eine Selbstverständlichkeit, die an sich keiner Erwähnung wert wäre. Allerdings ist von Arbeitnehmervertretern zu hören, in den Verhandlungsrunden führe für den Arbeitgeber der Konzern-Personalchef das Wort. Der Franzose habe Vorschläge vorgelegt, die vielleicht in Frankreich passten, aber nicht für Opel. „Wir hatten Mühe, ihm klarzumachen, dass sie mit deutschem Recht nicht zu machen sind.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Vorwürfe im Vorwahlkampf : Trumps zwielichtiges Telefonat

          Donald Trump soll den ukrainischen Präsidenten aufgefordert haben, Ermittlungen gegen den Sohn seines möglichen Konkurrenten Joe Biden anzuschieben. Ging es auch um die Erpressung mit amerikanischen Finanzhilfen?
          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.