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Versteckte Kosten : So teuer sind Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern

Internationales Postzentrum am Frankfurter Flughafen: Seit Januar müssen auch Pakete aus Großbritannien beim Zoll angemeldet werden. Bild: Wolfgang Eilmes

Steuern, Zoll und Liefergebühren können bei Online-Bestellungen in Nicht-EU-Ländern böse überraschen, wie sich seit dem Brexit zeigt. Doch bald kostet auch die Handyhülle aus China mehr.

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          „Alle Steuern und Abgaben inklusive“, wirbt Charles Tyrwhitt, ein bekannter Händler für Herrenoberbekleidung aus London, der zurzeit mit Schnäppchen lockt. Das Businesshemd aus ägyptischer Baumwolle kostet 27,95 Euro, die rahmengenähten Oxfordschuhe 129,95 Euro. „Die Preise enthalten auch die Mehrwertsteuer“, versichert der Versender im Live-Chat mit dem Kunden. Oder: Stumper & Fielding, eine angesagte Adresse an der Portobello Road in London. „We are now shipping to EU without UK sales tax included“ steht groß auf einem Banner über der Shopseite im Internet. Klingt so, als könnten Käufer aus Deutschland beim Shoppen Steuern sparen. Doch so ist es nicht.

          Petra Kirchhoff
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Seitdem Großbritannien zum 1. Januar die EU und damit die Zollunion verlassen hat, ist es für deutsche Verbraucher komplizierter und teurer geworden im grenzüberschreitenden Warenverkehr. Das Vereinigte Königreich gilt jetzt als Drittstaat. Damit müssen alle Pakete aus Großbritannien, Nordirland und Schottland beim Zoll angemeldet werden und durchlaufen die übliche Abfertigung. Dabei fallen Abgaben wie die Einfuhrumsatzsteuer (vergleichbar mit der Mehrwertsteuer von 19 Prozent), Zölle oder – bei Tabakwaren etwa – Verbrauchssteuern an. Hinzu kommen Servicegebühren, die die Deutsche Post oder andere Kurierdienste für die Abwicklung verlangen. Lediglich kleinere Bestellungen bis zu einem Warenwert von 22 Euro (inklusive Versandkosten) sind abgabenfrei.

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