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Preissturz bedroht Bauern : „Wenn es so weitergeht, ist Hessen bald schweinefrei“

Discountpreis: Nach einem Nachweis der Schweinepest in Brandenburg ist der Wert der Schweine bundesweit abgestürzt Bild: Lando Hass

Zwar ist die Schweinepest hierzulande bisher nur in Brandenburg nachgewiesen worden. Doch dies hat den Absturz der Schweinepreise mit verursacht. Schweinehalter legten nun drauf, heißt es beim Hessischen Bauernverband.

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          Auch wenn die Afrikanische Schweinegrippe bisher nur bei sechs Wildschweinen in Brandenburg nachgewiesen worden ist, leiden hessische Zucht- und Mastbetriebe jetzt schon darunter. „Sorgen macht uns die schnelle Reduzierung der Preise“, heißt es beim hessischen Bauernverband. Nach Angaben von Sprecher Bernd Weber liegt der aktuelle Grundpreis nur noch bei 1,27 Euro je Kilogramm und hat sich damit binnen weniger Tage um fast 14 Prozent verringert.

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Damit könnten die Landwirte nicht kostendeckend arbeiten. Sie bräuchten, um ihre Betriebe wirtschaftlich zu halten einen Kilopreis von etwa 1,60 Euro. Zum Jahreswechsel habe der Preis noch bei zwei Euro gelegen.

          Rote Zahlen drohen

          Es bestehe die Sorge, dass sich die Zahl der Schweinehalter in Hessen weiter verringern werde. Nach den jüngsten Zahlen von Ende 2018 gab es im Land noch 300 Halter mit rund 30.000 Zuchtsauen und etwa 800 Betriebe mit 240.000 Mastschweinen.

          Jene, die ihre Ferkel noch recht teuer eingekauft hätten, drohten jetzt in die roten Zahlen zu geraten. Die Ferkelpreise würden nachziehen und die Halter hätten es dann schwer, ihre Investitionen zu refinanzieren. „Wenn es so weitergeht, ist Hessen bald schweinefrei“, so Weber.

          „Am besten wäre eine wildschweinfreie Zone“

          Darum fordert der hessische Bauernverband, alles daran zu setzen eine Ausbreitung des Infektion zu verhindern. „Am besten wäre eine wildschweinfreie Zone“, sagt Weber, denn wenn es in Brandenburg jetzt weitere infizierte Tiere gebe, würden wohl auch bald in Thüringen und dann in Hessen erste Fälle auftauchen.

          Zudem wünscht man sich im Verband eine Regionalisierung der Exportverbote sowie eine Stärkung der regionalen Vermarktung. Angesichts des aktuellen Preisverfalls hofft Weber, dass wenigstens auch für die Verbraucher das Kotelett nun günstiger werde.

           

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