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Neuzulassungen rückläufig : Opel fährt Konkurrenz deutlich hinterher

Abgeblitzt: Opel kämpft weiter mit sinkenden Absatzzahlen auf dem Neuwagenmarkt Bild: Reuters

Mit der bisher größten Modelloffensive seiner Geschichte wollte Opel die Verkäufe von Neuwagen anschieben. Für die ersten sechs Monate 2018 steht für die Blitz-Marke aber ein sattes Minus zu Buche. Das ist doppelt misslich.

           

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Opel hat auf dem deutschen Automarkt im ersten Halbjahr deutlich an Boden verloren. Gleichzeitig sind unter dem Strich mehr Personenwagen zugelassen worden als vor einem Jahr, wie Zahlen aus dem Kraftfahrt-Bundesamt zeigen. So haben etwa Marktführer VW und Konkurrent Ford die Verkäufe merklich gesteigert. Immerhin konnte Opel im Juni die Talfahrt etwas bremsen.

          Der Verband der deutschen Automobilindustrie sieht die Branche in einer guten Verfassung. „Trotz der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten ist die deutsche Automobilindustrie stark. Sie bleibt Wachstumsbranche“, teilte die Autolobby am Vormittag mit. Nach ihren Schätzungen wird der deutsche Markt in diesem Jahr um ein Prozent wachsen im Vergleich mit 2017.

          Profitable Vertriebskanäle im Blick

          Auf Nachfrage teilte Opel mit, die Talfahrt bei den Neuzulassungen sei auf das „strategische Ziel von Opel zurückzuführen, sich stärker auf profitable Vertriebskanäle zu fokussieren“. Allein die in der Regel wenig profitablen Händler-, Hersteller- und Autovermieterzulassungen seien von Januar bis Juni 2018 deutschlandweit um rund 13.000 Einheiten zurückgefahren worden. Insgesamt habe Opel in diesem Zeitraum gut 9000 Fahrzeuge weniger verkauft.

          „Die Zulassungen in den profitableren Kanälen sind dagegen im gleichen Zeitraum gestiegen: Die Privatzulassungen um etwa 2 Prozent, die Zulassungen in den Flottenkanälen um sogar etwa 15 Prozent“, heißt es in  Rüselsheim. Auch die sportlichen Geländewagen mit dem Blitz auf dem Kühlergrill, Crossland X, Grandland X und Mokka X, entwickelten sich gut. Im jeweiligen Segment habe Opel einen Spitzenplatz inne.

          Hinter Audi, BMW und Ford

          Wie hat Bundesamt mitteilt, hat die deutsche Tochter der Peugeot-Mutter PSA im Juni gut fünf Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als vor Jahresfrist, der Gesamtmarkt wuchs dagegen um gut vier Prozent. In den ersten sechs Monaten haben die Rüsselsheimer sogar ein Minus um etwas mehr als sieben Prozent hinnehmen müssen. Alles in allen nahm die Zahl der Neuzulassungen im selben Zeitraum um knapp drei Prozent zu.

          Von Januar bis Ende erreichten die Südhessen einen Marktanteil von 6,4 Prozent. Ford kam auf 7,4 Prozent, BMW auf 7,1 Prozent und Audi auf 8,2 Prozent. Für Opel ist alles das schon deshalb misslich, weil der Autobauer seit 2017 mit seiner bisher größten Modelloffensive die Verkäufen beleben wollte. Vor diesem Hintergrund hebt Opel hervor: „Unser Ziel ist es, in der zweiten Jahreshälfte, das Verkaufsvolumen zu steigern und den Marktanteil zu stabilisieren. Ein wichtiger Meilenstein ist beispielsweise die Neuauflage neuen Combo. Zudem ist der Insignia GSI neu am Start und der Corsa GSI wird bald bestellbar sein.“

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