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Weihnachtsgeschäft : Drei Prozent mehr Umsatz

Für den Einzelhandel kann Weihnachten endlich kommen. Bild: DPA

Eigentlich spricht alles für ein sehr gutes Weihnachtsgeschäft: Eine der bislang schwersten Wirtschaftskrisen scheint überwunden, die Arbeitslosigkeit ist auf rekordverdächtigem Tiefstand, die Jobs sind vergleichsweise sicher, Löhne steigen.

          Eigentlich spricht alles für ein sehr gutes Weihnachtsgeschäft: Eine der bislang schwersten Wirtschaftskrisen scheint überwunden, die Arbeitslosigkeit ist auf rekordverdächtigem Tiefstand, die Jobs sind vergleichsweise sicher, Löhne steigen. Also alles bestens, wenn da nur nicht die Terror-Warnungen aus Berlin wären.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Frank Albrecht weiß, dass diese die Konsumlaune erheblich dämpfen können. „Das ist ja wohl auch Absicht dieser Leute: Unsicherheit erzeugen, Schaden verursachen“, vermutet der Präsident des hessischen Einzelhandelsverbands. Falls Albrechts Beobachtungen nicht trügen, lassen sich die Käufer aber bislang nicht einschüchtern. „Noch wirken sich die Berichte nicht negativ auf die Kauflaune aus“, resümiert er.

          Positiver Trend in allen Branchen

          Bleibt das so, rechnet Albrecht, der eine Parfümerie mit drei Frankfurter Dependancen betreibt, mit einem im Rhein-Main-Gebiet um mindestens drei Prozent über den Umsätzen des Vorjahres liegenden Weihnachtsgeschäft. Andernorts sei dagegen mit geringerem Umsatzwachstum zu rechnen, was dann für Deutschland jenes Umsatzplus für 2010 von 1,5 Prozent bis zwei Prozent im Durchschnitt ergebe, das der Handelsverband Deutschland für wahrscheinlich hält.

          Albrecht sieht einen positiven Trend in allen Branchen. Selbst in der Textil-sparte, die seit Jahren mehr als andere Sparten besonders unter der Kaufzurückhaltung der Deutschen zu leiden hat, ist man in diesem Jahr guter Dinge, bei der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik sowieso, wie der Einzelhandelspräsident berichtet.

          Viele hoffen auf ein besseres jahr als 2009

          Da sich die Aufenthaltsqualität einiger Fußgängerzonen verbessert hat, mache das Einkaufen auch mehr Freude, hofft Albrecht. Die Zeil mit ihrem neuen Erscheinungsbild und nun auch noch mit einer neuen Form der Weihnachtsbeleuchtung sei ein Beispiel dafür.

          Von sehr guten Chancen auf ein glänzendes Weihnachtsgeschäft berichtet auch die Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Ernst & Young und bezieht sich auf ihr „Handelsbarometer“, wozu die Gesellschaft 120 führende Einzelhändler und Konsumgüterproduzenten befragt hat. Knapp die Hälfte der Händler erwartet demnach ein besseres Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr und lediglich drei Prozent gehen von einer Verschlechterung aus.

          Überrascht vom guten Verlauf

          Der Handel sei eher skeptisch in das Jahr gestartet und werde nun geradezu überrascht von dem guten Verlauf, heißt es bei Ernst & Young. „Der Einzelhandel steuert auf ein rekordverdächtiges Weihnachtsgeschäft zu“, kommentiert Thomas Harms, der in dem Haus die Sparte Einzelhandel verantwortet, die Ergebnisse der Studie.

          Die Fachleute vom Statistischen Landesamt in Wiesbaden haben zurzeit zwar keine Prognose parat. Die Umsatzzahlen der ersten neun Monate dieses Jahres, die um 1,8 Prozent über den Werten des Vergleichszeitraums von 2009 liegen, sprächen aber dafür, dass auch das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr besser verlaufen werde, als das im vergangenen Jahr, schätzt das Landesamt. Allerdings weisen die Wiesbadener Handelsexperten darauf hin, dass die Umsätze von 2009 um 2,3 Prozent schlechter waren als Vergleichswerte von 2008.

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