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Durch Corona-Krise : Bierbrauer unter Druck

  • -Aktualisiert am

Abgefüllt: Der Bierkonsum der Hessen ist während der Pandemie zurückgegangen. Bild: Michael Kretzer

Die Corona-Krise ist auch eine Bier-Krise. Der Markt schrumpft schon länger – doch noch nie so schnell wie im vergangenen Jahr. Nun spüren die Brauereien die Konsequenzen.

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          Plötzlich musste es schnell gehen, die Öffnung der Außengastronomie war nur noch wenige Tage entfernt. „Das erste Bier sollte besonders gut und frisch schmecken“, sagt Stefan Seibold, einer der beiden Geschäftsführer von Pfungstädter. Die Brauerei aus Südhessen entsorgte also 5000 Liter abgestandenes Bier aus ihren Kesseln und braute für den Neustart neues. Doch der Zeitdruck für das Unternehmen war eine gute, produktive Art von Druck: Endlich konnte die Brauerei wieder Kneipen und Restaurants beliefern. Damit alle ihr Fass bekamen, ließ Pfungstädter seine Lieferrampe länger geöffnet. „Teilweise standen die Gastwirte noch spätabends mit dem Hänger draußen, um sich ihre Fässer abzuholen.“

          Seit März 2020 haben große Teile der Bierbranche unter einem anderen Druck gelitten: Existenzdruck. Das vergangene Jahr verzeichnete den geringsten Bierkonsum in Deutschland seit der Wiedervereinigung: 94,6 Liter pro Kopf, gut fünf Liter weniger als noch 2019. Das korrespondierte mit dem ebenfalls geringsten Gesamtausstoß der Brauereien von 87,1 Millionen Hektoliter Bier.

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