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Messe Frankfurt : Ausgebuchter Start in den Februar

Der Zeit voraus: Die Christmasworld findet mit der Ambiente statt. Bild: Francois Klein

Die Konsumgütermessen Anfang Februar sind sehr gut gebucht. Vor allem die Nachfrage aus dem Ausland ist überwältigend. Das liegt wohl auch am neuen Konzept der Messe Frankfurt.

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          Ausgebucht, Warteliste und überwältigende Nachfrage aus dem Ausland: Die Worte, mit denen die Verantwortlichen der Messe Frankfurt vor dem Beginn der Konsumgütermessen sprechen, sind nach zwei Pandemiejahren ungewohnt. Doch die starke Nachfrage liegt nicht nur an der Rückkehr der Aussteller aus dem In- und vor allem Ausland. Es ist wohl auch der neue Zuschnitt der Messen, die jetzt die Ambiente mit der integrierten Paperworld, die Christmas- und die Creativeworld vereint und so dafür sorgt, dass elf Hallen, einschließlich der eigens früher fertiggestellten neuen Halle 5, ausgebucht sind. Wobei die Ambiente schon am 3. Februar beginnt, die Weihnachts- und die Kreativmesse einen Tag später. Bis zum 7. Februar präsentieren sich insgesamt 4561 Aussteller auf 353.000 Quadratmeter Standfläche.

          Patricia Andreae
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bei einem durchschnittlichen Preis von rund 300 Euro je Quadratmeter ist es nachvollziehbar, dass man bei der Messe schon jetzt von einem Erfolg ausgeht. Wenngleich mit dem Zustrom auch der Bedarf an Personal zunimmt: 4000 bis 5000 Servicemitarbeiter wie Hostessen und Sicherheitsleute würden benötigt, um den erwarteten Andrang zu bewältigen, wird berichtet.

          Schon jetzt seien alle verfügbaren Gabelstapler der Region für den Aufbau im Einsatz. Auch das Rebstockgelände werde dafür komplett gebraucht. „Sonst stünden die Lastwagen bis zum Darmstädter Kreuz“, sagte Stephan Kurzawski, Senior Vice President Consumer Goods & Sales der Messe. Mit wie vielen Besuchern man rechne, lasse sich aber nicht sagen – und infolge des neuen Zuschnitts auch kaum hochrechnen.

          Besonders viele türkische Unternehmen

          Erreiche man die Zahl von 100.000 Besuchern, könne man tatsächlich von einem Erfolg sprechen, so Kurzawski. Zuversichtlich, dass das zu schaffen sei, stimmen die Erleichterungen des Reisens für Chinesen. Die kommen für Standbuchungen von Ausstellern zwar zu spät, für Besucher aber rechtzeitig. Insgesamt verzeichnet die Messe Teilnehmer aus mehr als 160 Nationen, unter diesen eine besonders große Zahl von türkischen Unternehmen.

          Dabei ist die Gesamtlage keineswegs ideal: „Nach zwei Jahren Pandemie und vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine sind die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen weiterhin äußerst herausfordernd – steigende Inflation und Energiekosten drücken auf die Konsumlaune“, fasste es Messe-Geschäftsführer Detlef Braun zusammen.

          Auch Lieferkettenprobleme belasteten weiterhin viele Unternehmen, ebenso hohe Kosten für Container, wie Philipp Ferger berichtete. Dennoch sei eine große Lust im Handel zu verspüren, neue Trends für die Kundschaft zu entdecken, hob Julia Uherek aus dem Konsumgüter-Team der Messe hervor. Das zeige sich auch daran, dass es zunehmend Anfragen gebe, weil kaum noch Hotelzimmer in Frankfurt zu finden seien.

          So sieht sich die Messe darin bestätigt, dass es gut sei, die Schauen zu bündeln, weil der Handel Wege spare und zugleich neue Interessenten angesprochen werden könnten, wenn zum Beispiel Vertreter aus dem Gastgewerbe sowohl Geschirr, Dekorationsartikel, Konferenztechnik als auch Büroausstattung an einem Ort finden könnten.

          Um Ausstellern und Besuchern die Möglichkeit zu geben, zueinanderzufinden und sich über Trends zu informieren, setzt die Messe verstärkt digitale Plattformen ein, die auch über den Messezeitraum hinaus Bestellungen und Gedankenaustausch ermöglichen. Hiervon erhofft man sich auch ein neues Geschäft, denn die Messe will unabhängiger vom Verkauf von Quadratmetern werden.

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